In Hamburg hört man immer wieder: Die Stadt könne Klimaschutz besser als der Markt. Öffentliche Wohnungsunternehmen würden verantwortungsvoller handeln als private. Die Realität auf Hamburgs Dächern erzählt jedoch eine andere Geschichte.
Die städtische SAGA besitzt 6.126 Gebäude. Davon haben gerade einmal 44 eine Solaranlage. Das entspricht 0,72 Prozent.
Das private Wohnungsunternehmen Vonovia besitzt in Hamburg rund 1.300 Gebäude – also deutlich weniger. Doch dort sind bereits etwa 154 Gebäude mit Photovoltaik ausgestattet. Das entspricht knapp 12 Prozent.
Mit anderen Worten: Obwohl die Stadt mehr Gebäude besitzt, nutzt sie ihre Dachflächen kaum. Vonovia hingegen bringt Solarenergie auf ein Vielfaches der Gebäude. Und der Unterschied zeigt sich nicht nur in Prozentzahlen.
Vonovia kann bereits heute rund 1.900 Wohnungen mit Grünstrom versorgen – das sind 17 Prozent des eigenen Bestands.
Vonovia hat in Hamburg eine installierte Leistung von über 2700kWp, davon sind mehr als 1300kWp bereits am Netz. Für dieses Jahr plant Vonovia weitere 1000 kWp.
Während dort konkret gebaut wird, bleibt der Ausbau bei der SAGA minimal – obwohl laut Senatsantwort rund 3.000 Gebäude über ausreichend große Dachflächen verfügen.
Der Vergleich ist damit eindeutig:
- Mehr Gebäude bei der Stadt
- Mehr Dachflächen bei der Stadt
- Mehr politische Steuerungsmöglichkeiten bei der Stadt
Aber deutlich weniger Solar.
Wenn Anspruch und Realität auseinanderfallen
Der Senat betont regelmäßig seine Vorbildrolle beim Klimaschutz. Doch gerade beim eigenen Wohnungsbestand zeigt sich: Es wird viel über Strategie gesprochen – aber wenig umgesetzt.
Der private Anbieter, der politisch häufig kritisiert wird, zeigt dagegen, dass der Ausbau möglich ist – technisch, wirtschaftlich und praktisch.
Seit Jahren fordern wir als CDU, die Dachflächen stärker für Investitionen zu öffnen – etwa durch Ausschreibungen für den freien Markt, wie sie beispielsweise in Niedersachsen genutzt werden.
Dort werden Potenziale genutzt, weil private Anbieter eingebunden werden. In Hamburg hat der Senat diesen Weg immer wieder abgelehnt. Das Ergebnis sehen wir heute: Während die Stadt hinter ihren eigenen Ansprüchen zurückbleibt, setzt ein häufig kritisiertes Unternehmen Solaranlagen in großem Umfang um.
Der Markt zeigt, was möglich ist – die Stadt zeigt, wie viel Zeit verloren geht.
Knapp 12 Prozent Photovoltaik bei Vonovia – aber nur 0,72 % bei der städtischen SAGA. Während der Senat vom Klimaschutz spricht, zeigt ausgerechnet ein privates Wohnungsunternehmen, wie Solarenergie auf Hamburgs Dächern tatsächlich umgesetzt wird.
Quellen: Senatsantwort Drucksache 23/2531 und Angaben Vonovia Hamburg PV-Ausbau 2023–2026

