Leidthema Bettelampeln: Warum werden in Wandsbek Bettelampeln aufgestellt?

 

  • Viele Bürger stören sich an Bettelampeln.
  • Vermeintlich benachteiligen diese den Rad- und Fußverkehr!
  • Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation unterstützt Bettelampeln!
  • CDU-Fraktion beantragt einen Referenten die Vorteile und Nachteile darzulegen

 

Warum Bettelampeln?

Bei Bettelampeln wechselt das Signal erst dann, wenn ein Fußgänger oder Radfahrer den Taster an dem Ampelmast drückt. Bei den anderen Ampeln wechseln die Signale je nach Zeitplan oder Induktionsschleifen.

 

Befürworter der Ampeln sehen einen umweltpolitischen Fortschritt in den Anlagen, da Autos auf diese Weise nicht unnötig mit laufenden Motoren warten müssen. Gegner hingegen fordern die umgehende Abschaffung der Bettelampeln, weil sie Fußgänger und Radfahrer zu "VerkehrsteilnehmerInnen zweiter Klasse" mache. Für einen minimalen Zeitgewinn des Autoverkehrs müssten sie einen Ampelumlauf lang warten.

 

Die CDU-Fraktion Wandsbek möchte die tatsächlichen Zeitgewinne gegenüber den Nachteilen abwägen, um anschließend das weitere Vorgehen zu diskutieren. Daher beantragt die Fraktion bei der Sitzung des WVA am 01.09.2016, dass ein Referent der zuständigen Behörde dem Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr die Vor- und Nachteile von Bettelampel darlegen möge.

Insbesondere wie der PKW-Verkehr beschleunigt werden kann und warum die Einrichtung der Ampelanlage Tonndorfer Hauptstraße / Jenfelder Allee beabsichtigt ist.

 

Auf eine kritische Bürgereingabe zu den Bettelampeln in Wandsbek hat die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation folgende Stellungnahme abgegeben:

In Wandsbek gibt es Ampelanlagen, an denen Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer teilweise nur auf Anforderung Grün erhalten.

Anforderungsampeln können für eine flexible Signalsteuerung eine Optimierung bedeuten, weil nicht erforderliche Grün-Zeiten anderen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung gestellt werden können. Jede Kreuzung mit dazugehöriger Lichtsignalanlage hat aufgrund der Geometrie und Verkehrsbelastung andere Bedarfe und ist als Einzelfall zu betrachten und zu prüfen. Insbesondere vor dem Hintergrund komplexer Verkehrsabläufe und unter Berücksichtigung aller Prioritäten kann eine derartige Schaltung sinnvoll und zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer sein.

Dieses entspricht der Zielvorgabe des Hamburger Senats, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver zu gestalten, damit noch mehr Bürgerinnen und Bürger dies Verkehrsmittel des ÖPNV nutzen. Darüber hinaus werden bei geringen Fußgängerzahlen an hochbelasteten Straßen oder z.B. zur Abwicklung von Baustellenverkehren Anforderungsschaltungen genutzt.

 

Viele der derzeitigen Schaltungen in den Bereichen des Bezirks Wandsbek dienen der Busbeschleunigung. Für diese Kreuzungen und Fußgängerampeln gilt, dass die Schaltung für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gleichermaßen bedarfsorientiert funktioniert. Einer Verkehrsteilnehmergruppe wird nur dann Grünzeit zur Verfügung gestellt, wenn hierfür tatsächlich eine Nachfrage vorhanden ist. Für den Kraftfahrzeugverkehr erfolgt diese Nachfrage durch in die Fahrbahn verlegte Anforderungsschleifen. Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer melden ihren Bedarf durch Betätigen eines Tasters. Für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer parallel zur Hauptlastrichtung führt diese Schaltung zu minimierten Wartezeiten, da deren Grün nur bei konkreter Anforderung aus der Nebenrichtung unterbrochen wird.

 

Bei der Bearbeitung von Ampelschaltungen wägt die planende Dienststelle die Belange aller Verkehrsteilnehmer ab, so dass eine grundsätzliche Aussage zur Reduzierung der Anzahl von Anforderungsschaltungen nicht getroffen werden kann. Hiervon ausgeschlossen sind Anforderungsschaltungen bei denen der Fuß- und Radverkehr getrennt vom parallelen Kfz-Verkehr geschaltet wird. Diese Art der Schaltung soll zukünftig geändert werden.



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