1 zu 1 Baumnachpflanzung nach Ansicht des Bezirksamtes Wandsbek nicht möglich - Defizit von fast 3.000 Straßenbäume soll nicht behoben werden!

Wieso pflanzt man die Bäume nicht auf Freiflächen nach? Wir brauchen die Bäume in Wandsbek, da diese insbesondere Abgase absorbieren.

 

Auf Initiative der CDU-Fraktion (Drucksache 20-3754) wurde mit Drucksache 20-4017.1 interfraktionell beschlossen, dass das Bezirksamt gebeten wird, sich um einen Ausgleich des Defizits an Straßenbäumen zu bemühen und innerhalb der nächsten 5 Jahre die Wiederherstellung des Ist-Straßenbaumbestandes von 2010 anzustreben.

 

Mit Drucksache 20-6317 teilt das Bezirksamt mit, dass i.d.R. die Pflanzungen in Konkurrenz zu anderen Nutzern des Straßenraumes steht. Man wird jetzt zukünftig der Politik die Konkurrenz aufzeigen und dann müsse die Politik entscheiden. Jedoch teilt das Bezirksamt mit, dass dies allein nicht zu einer entscheidend Kehrtwende und Verringerung des strukturellen Defizites zwischen Fällung und Neupflanzung führt.

 

Unglaublich. Wir haben das Amt aufgefordert Lösungen für eine Kehrtwende und Verringerung des strukturellen Defizites zwischen Fällung und Neupflanzung zu finden und dann erhalten wir eine derartige Antwort. Im Grunde teilt das Bezirksamt mit, dass wir weiterhin mit einem Defizit leben müssen. Wieso können die Bäume nicht auf Freiflächen nachgepflanzt werden? Wieso müssen wir dieses Defizit hinnehmen? Wir als CDU-Fraktion werden weiterhin darauf drängen, dass das Defizit behoben wird. Wir brauchen die Bäume!!!!

 

Unglaubliche 5 Prozent des Straßenbaumbestandes des Bezirkes Wandsbek wurden innerhalb von 7 Jahren bereits vernichtet. Wenn der Trend nicht gestoppt wird, werden innerhalb der nächsten 35 Jahre 25 Prozent aller Straßenbäume vernichtet sein. Unglaublich früher haben die Grünen für jeden Baum gekämpft. Heute in der Regierung werden 2.945 Straßenbäume nur in Wandsbek nicht nachgepflanzt und die Grünen interessiert es nicht.

 

Unverständlich ist auch die Begründung des Bezirksamtes. Aus der Sicht des Bezirksamtes sollte man nicht die Bäume zählen. Aus deren Sicht ist der Baumbestand durch Knicks dynamisch.

Folgendes Beispiel wird angegeben:

Ein Grundstück von 1.000 qm wird mit 1.000 kniehohen Eichenjungpflanzen bepflanzt. Nach 10 Jahren sind die Eichen deutlich gewachsen. Es stehen noch 100 Eichen. 900 Eichen wurden entnommen, damit sich die verbleibenden entwickeln können. Nach 50 Jahren stehen noch 10 Eichen. Nach 100 Jahren wird das Grundstück von einer großen Solitäreiche bestanden. Nach der Logik des „Stämmezählens“ würde nach 100 Jahren ein „Verlust“ von 999 Bäumen eingetreten sein, obwohl das Grünvolumen und de ökoklogische Wert zugenommen haben.

 

Also die Begründung könnte ich für Bäume im Wald und auf Wiesen nachvollziehen. Aber nicht für Straßenbäume. In Steilshoop und Bramfeld sind mir keine Straßenbäume bekannt die selber angewachsen sind. Bei den Straßenbäumen handelt es sich i.d.R. um große und alte Bäume, welche vor Jahren angepflanzt worden sind. Fälle ich diese, fällt dieses Potenzial weg. Auch Neupflanzungen können diese Potenziale mangels Blattfläche nicht in Gänze auffangen.

 

Aber wenn es das Bezirksamt möchte, könnten wir zukünftig sicherlich auch gerne in Fläche oder Baumgröße auswerten. Ich bin gespannt, wie hoch dieses Defizit ist. Mit Sicherheit ist das Defizit prozentual höher als das Defizit der Anzahl der Bäume.

Siehe auch dazu

https://www.sandrokappe.de/2018/07/18/bezirk-wandsbek-im-jahr-2017-wurden-134-gef%C3%A4llte-stra%C3%9Fenb%C3%A4ume-nicht-nachpflanzt-seit-2011-wurden-unglaubliche-2-945-b%C3%A4ume-nicht-nachgepflanzt-cdu-will-alle-b%C3%A4ume-nachpflanzen/

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Kommentare: 1
  • #1

    Stine (Dienstag, 04 September 2018 20:54)

    Und gar nicht zu verstehen ist, dass der Eigentümer eines Einfamilienhaus-Grundstücks bei der Genehmigung, einen kranken und einsturzgefährdeten Baum fällen zu dürfen, sogleich die schriftliche Auflage erhält, für den gefällten Baum einen adäquaten neuen Baum zu pflanzen!