Skandal im EKZ Steilshoop: Wie prüft das Bezirksamt Wandsbek den Zustand des Wohntowers? – Antwort: „Durch einen Blick von außen ins Treppenhaus“

Auf Antrag der CDU hatte der Regionalausschuss Bramfeld/Steilshoop/Farmsen/Berne das Bezirksamt aufgefordert die Mängel des EKZ Steilshoop einschließlich des Wohntowers zu prüfen. Als Prüfungsergebnis wurde den Abgeordneten u.a. folgendes mitgeteilt: „Die Wohnhäuser machen in den Treppenhäusern einen ordentlichen und relativ sauberen Eindruck, aus Sicht des Wohnraumschutzes ist nichts zu veranlassen.“ (März 2018)

Nun muss das Bezirksamt Wandsbek auf meine Anfragen (20-7048 und 20-7135.1) zugeben, dass die Besichtigung lediglich durch einen Blick von außen ins Treppenhaus erfolgte.

 

Ursächlich sei gewesen, dass kein Anwohner aufmachen wollte und die Fahrstühle mit einer Zutrittskontrolle ausgestattet seien.

Ich war schon häufig im Wohntower vom EKZ - u.a. mit der Bild-Zeitung und dem Wochenblatt. Ich wurde immer reingelassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Prüfer nicht reingekommen sind. Und wenn, dann sollte man ein zweites Mal vorbei kommen.

Aber die wichtigste Frage ist: Wie kann das Bezirksamt ein Prüfungsergebnis veröffentlichen, dass alles in Ordnung sei, wenn man nur von außen reinschaut? Wird hier geschlampt oder möchte das Bezirksamt etwas vertuschen? Auch insbesondere, weil ich dem Bezirksamtsleiter direkt nach der Veröffentlichung des Prüfungsergebnisses Bilder des tatsächlichen Zustandes übermittelt hatte. Angeblich wurden diese an die Zustände Abteilung weitergeleitet - trotzdem erfolgte keine erneute Prüfung des Towers. Ein Armutszeugnis für das Bezirksamt. Des Weiteren hatte ich zusammen mit meiner Fraktion beantragt, dass die Protokolle zum Austausch zwischen dem Bezirksamt und dem Eigentümer bzw. Vertretern vom EKZ dem Regionalausschuss im nicht-öffentlichen Teil mitgeteilt werden sollen(20-5456). Dies hatte die Koalition vertagt. Auch hier stellt sich immer mehr die Frage, ob etwas vertuscht werden soll?

 

Jetzt nachdem ich erneut nachgefragt habe (Anfrage 20-7135.1) werden nun auch Auflagen für den Brandschutz erlassen und auch die offenen Stromleitungen moniert. Wieso erfolgte das nicht bereits vorher? Die ausführlichen Mängel hatte bereits die Bild-Zeitung umfangreich dokumentiert. (https://www.bild.de/regional/hamburg/einkaufszentren/steilshoop-hamburgs-schlimmstes-einkuafszentrum-56551772.bild.html)

Es zeigt sich wieder wie wichtig die Arbeit der Bezirksabgeordneten ist. Fraglich bleibt, warum die anderen Parteien keine Anfragen oder Anträge an das Bezirksamt richten?

 

Ein Anwohner teilt mir vor kurzem mit, dass er mit Mitarbeitern vom Bezirksamt Wandsbek über mich gesprochen habe. Diese meinten, dass ich "unbequem" sei, worauf der Anwohner antwortete: "Das sei doch gut so.". Die Mitarbeiter antworten darauf, dass man es auch übertreiben kann.

Und es sich wieder deutlich. Ich bin unbequem und zurecht. Wenn das Bezirksamt so arbeitet, dann muss ich unbequem bleiben - bis das Bezirksamt Wandsbek endlich nicht mehr wegschaut und dem Eigentümer vom EKZ Steilshoop endlich harte Auflage erteilt!

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Thomas Fels (Mittwoch, 06 März 2019 17:03)

    Danke für das Dranbleiben. Was für ein unmögliches Vorgehen vom Amt.

  • #2

    Walter Gebhardt (Mittwoch, 06 März 2019 17:34)

    einfach toll wie Sie sich einsetzen

  • #3

    Peter Völker (Mittwoch, 06 März 2019 18:04)

    Super dass Sie solche Initiativen ergreifen. Es muss endlich etwas geschehen. Immer wieder wird man als asozial abgestempelt, bezogen auf die Mißstände des EKZ und der Wohntürme. Da wird doch irgendwie gekungelt, was das Bezirksamt anbelangt. Dem sollte man näher nachgehen!! Bleiben Sie bitte " am Ball "

  • #4

    Kaisen (Mittwoch, 06 März 2019 21:39)

    dieser Skandal auf Grund eines Gesetzesdefektes kann gar nicht massiv genug publiziert werden. Steilshoop muß weiter aufgewertet werden, allein damit sich der Publikumsstrom nicht nur auf das Bramfelder Zentrum konzentriert, wie zur Zeit. Gar nicht auszudenken, wenn erst sämtliche Bauvorhaben fertiggestellt und weitere Menschenströme hinzukommen.

  • #5

    Stine (Mittwoch, 06 März 2019 22:05)

    Sehr geehrter Herr Kappe,

    bleiben Sie bitte auch weiterhin so UNBEQUEM und hartnäckig.
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    Das Bezirksamt Wandsbek ist in mehreren Bereichen heftig zu beanstanden, allen voran der Herr Bezirksamstleiter.
    Auch in anderen Hamburger Bezirksämtern sind die Arbeitsweisen des "Wohnraumschutzes" stark zu beanstanden. Es ist nicht nachvollziehbar, was die Mitarbeiter bzw. Bezirksämter unter "WohnraumSCHUTZ" eigentlich verstehen.