Herr Kappe, waren Sie schon Opfer von Gewalt, weil Sie Politiker sind?

Nach dem Mordfall Walter Lübcke wurde ich gefragt, ob ich auch bereits angegriffen oder bedroht worden bin. Dazu kann ich Ihnen mitteilen, dass es immer wieder vorkommt, dass man an Infoständen zutiefst beleidigt wird. Bei den Infoständen wurde mir bisher jedoch keine Gewalt angedroht.

 

Hingegen musste ich beim Infobrief verteilen eine Situation erleben, die man bedrohlich einstufen muss. Als ich vor einem Mehrfamilienhaus im Reembusch stand und gerade die Briefkästen bestückt habe, wurde ich von einem Anwohner gefragt, was ich hier verteile. Nachdem ich ihm mitgeteilt habe, dass ich als Politiker über meine Arbeit informieren möchte, ist die Stimmung schlagartig umgeschlagen. Der Anwohner hat mich angeschrien und sich direkt vor mir aufgebaut. Ob wir Politiker nach der letzten Wahl immer noch nicht verstanden haben. Ich solle sofort das Grundstück verlassen. Ansonsten werde er mir eine Möhre in den Po schieben. Alle Politiker seien doch arbeitslos oder Studenten. Nachdem ich ihm mitgeteilt habe, dass ich Zöllner bin, wurde er noch ausfallender und stellte sich unmittelbar vor mir auf. Ein Austausch war nicht möglich, daher habe ich umgehend das Grundstück verlassen. Für mich war es eine erschreckende Situation. Man möchte als ehrenamtlicher Politiker informieren und wird so aggressiv angegangen.

Ansonsten kann ich nur berichten, dass die Anwohner an Infoständen und vor den eigenen Haustüren sehr freundlich sind.

Eins kann ich Ihnen versprechen, ich werde auch trotz dieses Erlebnisses weiter über meine Arbeit informieren. Davon lass ich mich nicht entmutigen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Steinborn (Sonntag, 18 August 2019 12:29)

    Lieber Herr Kappe,
    von dritter Seite wurde mir Ähnliches mitgeteilt, aus einer Kleinstadt im Umfeld von Hamburg. Es kommt immer wieder vor, dass dieses besondere Klientel, das es überall gibt, sich nicht anders äußern, Luft schaffen kann, - jedoch ganz bestimmt nichts Aufbauendes, Weiterführendes anbieten kann, geschweige denn zur Mitarbeit am Gemeinwohl bereit ist. Sollte ich noch hinzufügen, weil unvermögend? Und dabei denke ich in erster Linie im übertragenen Sinne. Mit herzlichem Gruß und guten Gedanken.