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Kriegerdenkmal Bramfeld: Baustart 2026 – jahrelange Verzögerungen werfen Fragen zur Steuerung im Bezirksamt auf

Ab Mitte April 2026 sollen die Bauarbeiten zur Neugestaltung des Vorplatzes am Kriegerdenkmal am Alten Teich in Bramfeld beginnen. Damit wird ein Projekt umgesetzt, das bereits seit Jahren geplant ist – dessen Umsetzung sich jedoch immer wieder verzögert hat.

Was jetzt umgesetzt werden soll

Kern des Vorhabens ist die sogenannte „Kommentierung“ des Kriegerdenkmals aus der NS-Zeit. Das Denkmal bleibt erhalten, soll aber durch eine bauliche Ergänzung historisch eingeordnet werden.

Geplant sind:

  • eine Rampe und begehbare Plattform,
  • ein begehbares Feld mit Stelen aus geflammtem Robinienholz,
  • eine landschaftliche Einbindung in die bestehende Grünanlage.

Die Bauzeit wird mit etwa vier bis fünf Monaten angegeben, sodass ein Abschluss im Spätsommer 2026 vorgesehen ist. Während der Bauphase werden Teile der Wege rund um den Alten Teich gesperrt, da diese als Baustellenzufahrt genutzt werden.

Bereits im Vorfeld wurde 2024 eine alte Buche gefällt, um die Zufahrt für die Bauarbeiten herzustellen – eine Maßnahme, die vor Ort für Kritik und Unverständnis gesorgt hat.

Hintergrund: Planung seit Jahren abgeschlossen

Die Grundlage für das Projekt wurde bereits 2016 mit einem Beschluss der Bezirksversammlung gelegt. Ziel war es, einen angemessenen Umgang mit dem historisch belasteten Denkmal zu finden.

Die weiteren Eckdaten:

  • Planung abgeschlossen: 2019
  • Kosten: rund 440.000 Euro (Drs. 22/5925)
  • Finanzierung gesichert aus Quartiersfonds, Sanierungsfonds und bezirklichen Mitteln

Trotz dieser klaren Ausgangslage kam es immer wieder zu Verschiebungen. Der Baubeginn war ursprünglich für 2022 vorgesehen, später für 2023 und dann für 2024 – ohne dass es zur Umsetzung kam. (Drucksache 23/2356)

Als Grund wurden wiederholt personelle Engpässe im zuständigen Fachamt genannt.

Kritik: Steuerungsproblem im Bezirksamt Wandsbek

Der Fall zeigt exemplarisch ein strukturelles Problem: Selbst bei vollständig geplanter und finanzierter Maßnahme gelingt es dem Bezirksamt Wandsbek nicht, Projekte zeitgerecht umzusetzen.

Wenn zwischen fertiger Planung und Baubeginn mehr als vier Jahre liegen, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Steuerung und Priorisierung innerhalb der Verwaltung. Die wiederholten Verschiebungen lassen Zweifel daran aufkommen, ob Projekte aktuell ausreichend konsequent vorangetrieben werden.

Hier steht insbesondere der Bezirksamtsleiter in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass beschlossene Maßnahmen auch umgesetzt werden – und nicht über Jahre liegen bleiben.