Ein Hund ist kein Luxus. Für viele Menschen ist er Familienmitglied, Seelentröster, Trainingspartner, Sicherheitsgefühl und oft der wichtigste soziale Kontakt im Alltag. Gerade für ältere Menschen, Alleinstehende, Familien mit wenig Geld oder Menschen in schwierigen Lebenslagen ist ein Hund Halt, Struktur und emotionale Stabilität.
Und genau diese Menschen trifft die geplante Hundesteuer-Erhöhung um satte 33 Prozent besonders hart. Ab dem 2027 sollen Hundehalter in Hamburg statt 90 Euro künftig 120 Euro im Jahr zahlen. Kein schrittweiser Anstieg, keine soziale Staffelung – sondern ein harter Sprung auf einmal.
Wenn Rechnen zur Gewissensfrage wird
Hundefutter, Tierarzt, Medikamente, Haftpflicht, Zubehör – alles ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Viele Halter rechnen heute schon jeden Monat neu: Reicht es noch? Was passiert, wenn eine größere Tierarztrechnung kommt?
Die Steuererhöhung ist für manche der Punkt, an dem diese Rechnung kippt. Und dann steht plötzlich eine grausame Frage im Raum:
Kann ich mir meinen Hund überhaupt noch leisten – oder muss ich ihn abgeben?
Niemand gibt sein Tier leichtfertig ab. Wer diesen Schritt geht, tut es meist unter Tränen, aus Überforderung und aus finanzieller Not.
Tierheime füllen sich
Mehr Abgaben bedeuten zwangsläufig mehr Hunde im Tierheim. So entsteht ein bitterer Kreislauf: Menschen verlieren ihre Tiere – Tiere verlieren ihr Zuhause – Tierheime werden weiter überlastet. Das hat mit nachhaltigem Tierschutz nichts zu tun.
Warum gleich 33 Prozent – warum nicht moderat?
Wenn eine Anpassung nötig ist, warum dann nicht schrittweise, sozial ausgewogen, mit Augenmaß? Warum nicht eine moderate Erhöhung, verteilt über mehrere Jahre? Warum keine gezielte Entlastung für Menschen mit geringem Einkommen, Rentner oder Familien?
Stattdessen entscheidet sich der Senat für den maximal einfachen Weg: ein pauschaler Aufschlag, soziale Folgen ausgeblendet, Verantwortung auf die Betroffenen abgewälzt.
Die 33 Prozent höhere Hundesteuer ab 2027 ist mehr als eine Zahl. Sie steht für gebrochene Bindungen, leere Hundekörbchen und Menschen, die ihr Tier aus Not verlieren. Wer Tiere schützen will, darf ihre Halter nicht überfordern. So sieht kein mitfühlender, verantwortungsvoller Tierschutz aus.

