Der Hamburger Senat hat die jährliche Überprüfung der städtischen Gebühren abgeschlossen und umfassende Anpassungen für das Jahr 2026 beschlossen. Die neuen Sätze treten zum 1. Januar 2026 in Kraft und werden zuvor im Hamburger Amtsblatt veröffentlicht. Grundlage der Änderungen sind gestiegene Personal- und Sachkosten sowie der gesetzliche Auftrag, Gebühren grundsätzlich kostendeckend zu erheben. Während einige Gebührentatbestände unverändert bleiben, steigen andere teilweise deutlich.
Was sich konkret verändert
Wohnungswesen und Wohnungsbau: Gebühren im Zusammenhang mit der Zweckentfremdung von Wohnraum werden um bis zu 45 Prozent erhöht. Hintergrund ist eine deutliche Kostenunterdeckung in diesem Bereich.
Reinigung öffentlicher Wege: Diese Gebühren bleiben stabil. Eine Anpassung ist aufgrund ausreichender Kostendeckung nicht erforderlich. Im Vorjahr hatte es hier eine Erhöhung um 5,6 Prozent gegeben.
Hausmüll und Abfallentsorgung: Die Kosten für Umleer- und Einwegbehälter steigen um durchschnittlich 3,4 Prozent. Besonders betroffen sind zwei Einzeltarife:
- 100-Liter-Restmüllsack: 3,00 → 3,50 Euro (16,7 Prozent)
- 100-Liter-Laubsack: 1,00 → 2,40 Euro (140 Prozent)
Für einen durchschnittlichen Haushalt erhöhen sich die jährlichen Kosten um 8,88 Euro. Die Sperrmüllgebühren bleiben unverändert. Insgesamt rechnet die Stadtreinigung mit Mehreinnahmen von rund 10,62 Mio. Euro.
Sielbenutzungsgebühr: Aufgrund steigender Personal- und Investitionskosten erhöhen sich die Gebühren der Hamburger Stadtentwässerung (HSE):
- Schmutzwasser: 2,41 → 2,49 Euro pro m³ (3,3 Prozent)
- Niederschlagswasser: 0,83 → 0,86 Euro pro m² (3,6 Prozent)
Für einen durchschnittlichen Haushalt entstehen dadurch zusätzliche Kosten von 8,04 Euro jährlich.
Fundsachen: Die Verwahrungsgebühren werden um bis zu 33 Prozent angehoben, um stärker den tatsächlichen Aufwand abzubilden.
Hintergrund
Hamburg ist gesetzlich verpflichtet, öffentlich-rechtliche Gebühren weitgehend kostendeckend zu gestalten. Manche Leistungen sind gebührenbefreit oder sozial abgefedert, andere müssen jedoch regelmäßig angepasst werden, um steigende Personal-, Sach- und Investitionskosten zu decken.

