Die Sanierung des Einkaufszentrums (EKZ) Steilshoop ist dringend notwendig – doch die aktuell vorgesehenen Zeitpläne drohen die ohnehin schon kritische ärztliche Versorgung im Stadtteil weiter zu verschlechtern. Die wenigen verbliebenen Arztpraxen sollen 2026 aus dem bisherigen Ärztehaus ins EKZ ziehen. Doch damit beginnt für die Mediziner eine jahrelange Odyssee.
Mehrfache Umzüge programmiert
Der Umbau des nördlichen Teils des EKZ kann frühestens 2028 starten, da zuvor das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen sein muss. Das bedeutet: Sobald der eigentliche Umbau beginnt, müssten die Praxen erneut umziehen . Für niedergelassene Ärzte, die ihre Praxen mit empfindlicher medizinischer Ausstattung betreiben und auf verlässliche Strukturen angewiesen sind, ist dieses Szenario kaum zumutbar.
Die Realität: Ärztliche Versorgung am Limit
In Steilshoop ist die ärztliche Versorgung bereits jetzt mehr als angespannt. Die wenigen Praxen, die noch im Stadtteil verblieben sind, tragen eine enorme Last. Wenn diese durch jahrelange Baustellen, provisorische Standorte und wiederholte Umzüge zusätzlich belastet oder gar zur Aufgabe gezwungen werden, steht der Stadtteil ohne medizinische Grundversorgung da. Für ältere Menschen, Familien und alle, die auf wohnortnahe Ärzte angewiesen sind, wäre das eine Katastrophe.
Eine pragmatische Lösung: Container auf dem Pusteblume-Gelände
Unweit vom EKZ Steilshoop befindet sich die ehemalige Kita Pusteblume. Das Gelände gehört der Stadt Hamburg und bietet eine realistische Alternative: Dort könnten für die Dauer der Sanierungsarbeiten Containeranlagen aufgestellt werden – ähnlich wie bei Geflüchtetenunterkünften oder wie es die Polizei am Hauptbahnhof vorgemacht hat. In diesen modernen, medizinisch nutzbaren Containern könnten Arztpraxen, Apotheke und andere Gesundheitsdienstleister bis zur Sanierung des EKZ Steilshoop unterkommen.
Der Vorteil: Die Ärzte müssten nur einmal umziehen – nicht zwei- oder dreimal. Die medizinische Versorgung bliebe während der gesamten Bauphase stabil und verlässlich am gleichen Standort. Nach Abschluss der Sanierung könnten die Praxen dann dauerhaft ins modernisierte EKZ zurückkehren.
Es braucht Pragmatismus statt Placebo-Lösungen
Die ärztliche Versorgung in Steilshoop darf nicht zum Kollateralschaden einer Sanierung werden. Container sind keine Dauerlösung – aber als Übergangslösung eine bewährte, schnell umsetzbare und vor allem zumutbare Alternative. Wer Gesundheitsversorgung im Stadtteil ernst nimmt, muss jetzt handeln und den Ärzten eine realistische Perspektive bieten. Alles andere wäre verantwortungslos.

