Steilshoop braucht mehr Hausärzte. Doch offenbar fehlt es nicht nur an Ärztinnen und Ärzten, sondern auch an geeigneten Praxisräumen.
Das zeigt der Bericht der Hamburger Hausärztin Karen Haß im aktuellen KVH-Journal. Sie arbeitete in Farmsen, suchte neue Praxisräume und wäre ausdrücklich bereit gewesen, nach Steilshoop zu gehen:
„Ich wäre auch ins schlechter versorgte Steilshoop gegangen.“
Am Ende landete sie jedoch in Volksdorf – einem besser versorgten Stadtteil. Und das, wie sie selbst sagt, „gegen meine Absicht“.
Der Grund: Geeignete und bezahlbare Praxisräume sind schwer zu finden. Haß berichtet, dass drei Viertel der auf dem freien Markt angebotenen Räume die Anforderungen an eine Arztpraxis nicht erfüllen. Hinzu kommen hohe Mieten, notwendige Umbauten und langwierige Nutzungsänderungen.
Dabei hat die Ärztin einiges versucht: Immobilienportale, die Suche nach Leerständen sowie Anfragen bei SAGA, Wohnungsbaugenossenschaften und weiteren Unternehmen. Teilweise bekam sie nach eigener Darstellung nicht einmal eine Antwort.
Der Fall zeigt: In Steilshoop liegt es offensichtlich nicht nur am Willen der Ärzte. Es fehlen die Flächen.
Unsere Lösung liegt deshalb längst auf dem Tisch: modulare Gebäude bzw. Containeranlagen, wie sie auch bei Unterkünften für Geflüchtete eingesetzt werden – mehrgeschossig, mit Fahrstuhl und geeigneten Räumen für Ärzte und Apotheke. Finanziert und bereitgestellt könnten sie durch die Stadt, die Kassenärztliche Vereinigung oder den Eigentümer werden.
Wenn die passenden Räume fehlen, müssen wir sie schaffen.
Quelle: KVH-Journal, Ausgabe 6/2026, Seiten 11–12, „Ende einer Odyssee“ von Karen Haß.

