Die medizinische Versorgung in Steilshoop steht am Abgrund. Der ohnehin stark belastete Stadtteil verliert immer mehr Ärztinnen und Ärzte – und das mitten in einer Zeit, in der der Bedarf an wohnortnaher Versorgung besonders hoch ist. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion schlägt jetzt Alarm und fordert: Wir müssen die Versorgung retten – und zwar jetzt!
Wenn wir jetzt nicht handeln, wird Steilshoop zum weißen Fleck auf der medizinischen Landkarte Hamburgs. Die Menschen brauchen ihre Ärztinnen und Ärzte – fußläufig, verlässlich, erreichbar. Es ist unsere Pflicht, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen!
Ärzte drohen abzuwandern – und das aus gutem Grund
Der sogenannte „Ärztetower“ am Einkaufszentrum Steilshoop soll saniert werden – doch statt einer klaren, verlässlichen Übergangslösung sehen sich die dort niedergelassenen Medizinerinnen und Mediziner mit einem regelrechten Umzugs-Wahnsinn konfrontiert:
Drei Umzüge innerhalb weniger Jahre – vom Ärztewower in das EKZ an die Seite Schreyerring, dann zur Gründgensstraße und schließlich wieder zurück. Jeder dieser Umzüge bedeutet enormen organisatorischen Aufwand, hohe Kosten, unklare Genehmigungsverfahren, Praxiszulassungen, Technik, IT, medizinisches Gerät, Apothekenrecht – und das alles auf eigene Rechnung.
Viele der betroffenen Ärztinnen und Ärzte haben bereits signalisiert: Das können und wollen wir nicht stemmen. Die Konsequenz wäre ein kompletter Rückzug aus Steilshoop – und damit eine noch dramatischere Unterversorgung.
Nur noch fünf Hausarzt-Vollzeitstellen für 20.000 Menschen
Schon jetzt ist die Lage alarmierend: Laut offizieller Senatsantwort ist die Zahl der hausärztlichen Vollzeitäquivalente in Steilshoop seit 2020 um 44 % gesunken – von 9 auf nur noch 5. Fachärztliche Versorgung? Fehlanzeige. Augenärzte, Orthopäden, Frauenärzte, Urologen: nicht vorhanden. Für über 20.000 Menschen steht ein einziger Kinderarzt zur Verfügung – dessen Tür oft verschlossen ist, weil der Andrang zu groß ist.
CDU fordert: Container statt Chaos!
Die CDU schlägt daher eine pragmatische und sofort umsetzbare Lösung vor: Die Einrichtung eines temporären medizinischen Containerstandorts in Steilshoop – nach dem Vorbild bereits bewährter Modelle aus Köln, Hessen und dem Ahrtal.
Solche Containeranlagen sind:
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schnell aufstellbar,
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technisch vollständig ausstattbar,
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barrierefrei nutzbar und
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nach der Bauzeit rückstandslos rückbaubar oder umnutzbar.
Die CDU fordert den Hamburger Senat auf, gemeinsam mit dem Bezirksamt Wandsbek, der Kassenärztlichen Vereinigung und den betroffenen Leistungserbringern sofort geeignete öffentliche Flächen in Steilshoop zu identifizieren und alle rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für diese Lösung zu schaffen.
Es geht um mehr als Infrastruktur – es geht um Würde und Daseinsvorsorge
In einem Stadtteil wie Steilshoop, in dem viele Menschen auf fußläufige, barrierearme Gesundheitsversorgung angewiesen sind, darf es kein Wegschauen geben. Ältere, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen, Eltern mit kleinen Kindern – sie alle berichten inzwischen unter Tränen, dass sie nicht mehr wissen, wie sie einen Arzt oder eine Apotheke erreichen sollen. Die U5-Baustelle verschärft die Lage zusätzlich: verlegte Bushaltestellen, lange Umwege, weite Strecken – unzumutbar für viele.
Der Senat muss jetzt handeln. Die CDU-Fraktion hat mit ihrem Antrag den konkreten Fahrplan vorgelegt.
Die Bürgerschaft soll bis zum 23. Oktober 2025 über die Machbarkeit, Grundstücksfragen und eine finanzielle Beteiligung der Stadt informiert werden.
Fazit:
Steilshoop braucht keine Absichtserklärungen – Steilshoop braucht Lösungen.
Jetzt ist die Zeit zu handeln – damit die Ärztinnen und Ärzte bleiben.
Damit die medizinische Versorgung vor Ort gesichert wird.
Damit Steilshoop nicht im Stich gelassen wird.

