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Ärztliche Versorgung in Steilshoop kurz vor dem Kollaps – Stadt muss MVZ übernehmen

Die hausärztliche Versorgung in Steilshoop steht am Abgrund. Derzeit gibt es nur noch vier Vollzeit-Ärzte – zwei in Praxen außerhalb von Miamedes und zwei im verbliebenen Miamedes-Standort (23/727). Besonders schmerzlich: In der Miamedes-Praxis hat der geschätzte Dr. Krüger fristlos gekündigt. Damit weist der Standort in Steilshoop nur noch zwei Vollzeitäquivalente auf.

Zum Vergleich: Noch im Jahr 2020 waren in Steilshoop zehn Hausärzte tätig (22/3774). Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich die Zahl auf ein Fünftel reduziert. Laut einer im Februar 2025 veröffentlichten Studie der Stiftung Gesundheit kommen in Hamburg normalerweise 1.400 Patienten auf einen Hausarzt. In Steilshoop droht bald das 6-Fache.

U-Bahn-Baustelle verschärft die Notlage

Die U5-Baustelle schneidet Steilshoop zusätzlich ab. Wer nach Bramfeld oder Farmsen ausweichen möchte, steht vor langen Umleitungen und kaum erreichbaren Praxen. Für ältere Menschen, chronisch Kranke und Familien mit Sprachbarrieren ist das praktisch unmöglich.

Ein Stadtteil, der besondere Unterstützung braucht

Steilshoop ist ein Stadtteil mit großen sozialen Herausforderungen und einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Gerade hier ist eine stabile, wohnortnahe hausärztliche Versorgung unverzichtbar.

Stadt könnte längst handeln – gesetzliche Grundlage vorhanden

Die oft wiederholte Behauptung, Hamburg könne nichts tun, ist schlicht falsch. Nach § 95 SGB V Abs. 1 Satz 1a können Medizinische Versorgungszentren (MVZ) auch von Kommunen betrieben werden. Hamburg hat die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und MVZ aufzubauen oder bestehende Standorte zu übernehmen.  Man muss es nur wollen.

Dass es funktioniert, zeigt die Gemeinde Südheide im Landkreis Celle (Niedersachsen): Dort wurde ein Regionales Versorgungszentrum gegründet, das ein MVZ mit Hausärzten umfasst und zusätzliche Angebote wie Seniorenbetreuung, Suchthilfe und ein Café bereitstellt. Damit wird die Daseinsvorsorge gestärkt und die ärztliche Versorgung gesichert.

Fachlich unterstützt wird die Gemeinde von der Hospital Management Group. Diese stellt einen Experten für ambulante Medizin, der als Projektleiter die Umsetzung fachlich, strategisch und operativ begleitet. Passend: Dieser Experte lebt sogar in Hamburg – in einem angrenzenden Stadtteil – und hat seine Unterstützung bereits angeboten.

Fazit

Steilshoop darf nicht länger übersehen werden.
Die Menschen hier haben genauso ein Recht auf medizinische Versorgung wie in Blankenese oder Winterhude. Wenn Hamburg diese Verantwortung nicht übernimmt, droht ein medizinischer Notstand mitten in unserer Stadt.

Lieber Herr Bürgermeister, vergessen Sie Steilshoop nicht!
Es geht um 20.000 Menschen, die auf die Hilfe und Fürsorge der Stadt angewiesen sind. Die gesetzliche Grundlage ist da, das Know-how steht bereit, und die Beispiele liegen auf dem Tisch.
Jetzt braucht es nur noch den politischen Willen.

👉 Die Stadt Hamburg muss handeln – alles andere wäre ein Versagen mit Ansage.