Skip to content Skip to footer

Alter Teich in Bramfeld: Senat weist Rodungsvorwürfe zurück – Kritik an Kommunikation bleibt

Das geplante Gegendenkmal am Alten Teich in Bramfeld bewegt viele Menschen im Stadtteil. Die einen lehnen das Vorhaben ab, andere unterstützen es ausdrücklich. Gerade deshalb ist Transparenz wichtig. Denn unabhängig davon, wie man persönlich zu dem Projekt steht: Wenn vor Ort gebaut wird, müssen Vorgaben eingehalten, Natur- und Artenschutz beachtet und Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar informiert werden.

In den vergangenen Wochen gab es aus der Bevölkerung zahlreiche Beschwerden. Dabei ging es unter anderem um den Umgang mit Gehölzen, mögliche Rodungen, den Amphibienschutz und die Frage, ob die ökologische Baubegleitung tatsächlich so umgesetzt wurde, wie es vorgesehen ist. Diesen Hinweisen bin ich nachgegangen und habe eine Schriftliche Kleine Anfrage an den Senat gerichtet.

Der Senat weist den Vorwurf von Rodungsmaßnahmen zurück. Nach seiner Darstellung habe es „keine Rodungsmaßnahmen“ gegeben. Auch konkrete Vorgaben zum Gehölzschnitt habe es nicht gegeben. Stattdessen sei für die Herstellung der Baustraße lediglich das sogenannte Lichtraumprofil freigeschnitten worden. Dabei seien tiefhängende Baum- und Strauchäste fachgerecht und schonend zurückgeschnitten worden, um den Gehölzbestand vor Schäden durch den Baubetrieb zu schützen.

Zusätzlich sei Wildwuchs aus Hartriegel und Brombeere zurückgeschnitten worden, um eine zugewachsene Rasenfläche wieder in ihrer ursprünglichen Breite herzustellen. Vor Durchführung der Maßnahmen sei der Bereich auf Vogelnester und Tierbesatz geprüft worden.

Gleichzeitig macht die Antwort deutlich, dass durchaus artenschutzrechtliche Maßnahmen vorgesehen wurden. Zum Schutz wandernder Amphibien und des Laichgewässers „Alter Teich“ wurde ein Amphibienschutzzaun entlang des Baufeldes und eines Teils der Baustellenzufahrt angeordnet. Nach Angaben des Senats wurde dieser vor Beginn der Bauarbeiten errichtet.

Zusätzlich sollte eine ökologische beziehungsweise baubiologische Begleitung eingesetzt werden. Zu deren Aufgaben gehörte die Betreuung und Kontrolle des Schutzzauns, gegebenenfalls notwendige Anpassungen, das Umsetzen von Tieren sowie die artenschutzrechtliche Überwachung der Maßnahmen.

Trotz dieser Antworten bleiben Fragen zur Kommunikation. Der Senat erklärt, dass es keine ausdrückliche Vorabinformation an Medien oder Öffentlichkeit gegeben habe, da aus seiner Sicht keine Rodungsmaßnahmen stattgefunden hätten. Genau hier liegt aus Sicht vieler Bürger jedoch ein Problem: Was fachlich als „Rückschnitt“ eingeordnet wird, wirkt vor Ort auf Menschen teilweise wie ein erheblicher Eingriff in den vorhandenen Bestand.

Gerade bei einem Vorhaben, das im Stadtteil so kontrovers diskutiert wird, wäre aus meiner Sicht eine frühzeitige und transparente Kommunikation sinnvoll gewesen. Was wird gemacht? Warum wird es gemacht? Welche Schutzmaßnahmen gelten? Solche Informationen hätten möglicherweise viele Missverständnisse und Diskussionen vermeiden können.

Die Antwort des Senats entkräftet zwar den Vorwurf klassischer Rodungen. Gleichzeitig zeigt sie aber auch: Bei sensiblen Projekten reicht es nicht aus, Maßnahmen nur fachlich korrekt umzusetzen – sie müssen gegenüber den Menschen vor Ort auch nachvollziehbar erklärt werden.

Quelle: – Drucksache 23/4110 –

Bramfeld: Umbau des Kriegerdenkmals am Alten Teich: Senat sieht keine erheblichen Auswirkungen auf Natur und Klima