In Hamburg wird das Problem überfüllter oder verschwundener Altkleidercontainer immer größer. Besonders stark betroffen sind die östlichen Stadtteile Steilshoop, Bramfeld und Farmsen-Berne. Dort klagen viele Anwohnerinnen und Anwohner, dass die wenigen verbliebenen Sammelstellen regelmäßig überquellen oder ganz abgebaut wurden. Abgestellte Kleidersäcke ziehen Ratten und Vögel an und verursachen zusätzliche Kosten für die Stadtreinigung.
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert daher, dass die Stadt Hamburg endlich handelt. Während früher eine funktionierende Altkleidersammlung selbstverständlich war, haben seit 2020 bereits 13 Unternehmen ihre Sammlungstätigkeit eingestellt. Die Sammelmengen sind im gleichen Zeitraum um rund 18 Prozent gesunken – von über 8.000 Tonnen im Jahr 2020 auf nur noch 6.640 Tonnen im Jahr 2024. Laut Senat stehen derzeit lediglich 22 Container im öffentlichen Raum und 287 auf privaten Flächen – ein viel zu geringes Angebot für eine Stadt mit knapp zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern.
Als Gründe für den Rückzug privater Anbieter nennt der Senat gestiegene Kosten, sinkende Erlöse durch minderwertige Fast-Fashion-Textilien und den Wegfall lukrativer Second-Hand-Märkte. Eine Reaktion der Stadt, um die Altkleidersammlung zu sichern oder auszubauen, bleibt bisher aus. Zuschüsse, Kooperationen mit sozialen Trägern oder ein eigenes Sammelkonzept sind nicht vorgesehen.
Dabei ist die Altkleidersammlung ein wichtiger Bestandteil der Kreislaufwirtschaft. Fehlende Sammelstrukturen führen dazu, dass tonnenweise Kleidung im Restmüll landet, obwohl sie wiederverwendet oder recycelt werden könnte. Auch der soziale Nutzen ist erheblich: Viele gemeinnützige Organisationen wie DRK, Malteser, die Deutsche Kleiderstiftung oder Bethel finanzieren über die Sammlung ihre Hilfsprojekte.
Die CDU fordert, dass Hamburg sich ein Beispiel an Städten wie Leipzig nimmt, wo in Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen zahlreiche zentrale Sammelstellen eingerichtet wurden. Ziel ist es, vorhandene Standorte zu sichern, neue Container insbesondere in unterversorgten Stadtteilen wie Steilshoop, Bramfeld und Farmsen-Berne aufzustellen und die Koordination über die Stadtreinigung Hamburg zu verbessern.
Bis Mitte 2026 soll der Senat berichten, wie viele neue Sammelstellen geschaffen wurden, welche Kooperationen eingegangen wurden und wie sich die Sammelmengen weiterentwickeln. Mit diesem Antrag will die CDU erreichen, dass die Altkleidersammlung in Hamburg wieder zuverlässig funktioniert – als Beitrag zu Umwelt, Nachhaltigkeit und sozialem Zusammenhalt.

