Überall im Stadtgebiet zeigt sich derzeit das gleiche Bild: Altkleider liegen neben überfüllten Containern, Säcke werden achtlos abgestellt, teilweise vermischt mit Hausmüll oder Sperrabfällen. Was eigentlich ein Beitrag zur Nachhaltigkeit sein soll, wird zunehmend zum Umweltproblem – und belastet Anwohnerinnen und Anwohner ebenso wie die Stadtreinigung.
Die Situation ist längst kein Einzelfall mehr, sondern ein strukturelles Problem. In vielen Stadtteilen sind Container außer Betrieb, überfüllt oder schlicht nicht vorhanden. Die Folge: Kleidung landet im öffentlichen Raum – oder im schlimmsten Fall im Restmüll.
Dabei steckt hinter der Entwicklung eine tiefere Krise: Der Markt für Alttextilien ist eingebrochen. Sinkende Erlöse treffen auf steigende Kosten für Sortierung, Transport und Entsorgung. Viele Sammler haben sich bereits zurückgezogen – allein seit 2020 haben 13 Unternehmen ihre Sammlung in Hamburg eingestellt . Gleichzeitig fehlen ausreichend wohnortnahe Abgabemöglichkeiten.
Für die Bürger bedeutet das eine frustrierende Situation: Wer seine Kleidung korrekt entsorgen möchte, findet oft keine funktionierenden Angebote mehr. Wertstoffhöfe sind zwar eine Alternative, im Alltag aber für viele keine praktikable Lösung.
Klar ist: So kann es nicht weitergehen. Wenn wir nichts ändern, drohen weitere negative Folgen – mehr Müll im Stadtbild, verlorene Rohstoffe und steigende Kosten für die öffentliche Hand.
CDU bringt Antrag ein: Ordnung und Verlässlichkeit schaffen
Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Fraktion einen Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. Ziel ist es, endlich ein funktionierendes, stadtweites System für die Alttextilsammlung zu schaffen. Konkret fordern wir:
- ein verbindliches Gesamtkonzept für ganz Hamburg
- deutlich mehr und besser verteilte Containerstandorte
- klare Zuständigkeiten und regelmäßige Kontrollen
- feste Standards für Sauberkeit und Leerung
- ein digitales Monitoring aller Standorte
- konsequentes Vorgehen gegen illegale Sammlungen
- bessere Nutzung der Wertstoffhöfe – als Ergänzung, nicht als Ersatz
Denn eines ist klar: Die aktuelle Situation ist weder ökologisch noch sozial akzeptabel. Hamburg braucht endlich ein verlässliches System, das funktioniert – für die Umwelt, für die Stadt und für die Menschen vor Ort.

