Hamburg bereitet sich auf die Badesaison 2026 vor: Ab Freitag, dem 8. Mai, öffnen die offiziellen Badestellen an den Hamburger Seen und Naturbädern wieder für Badegäste. Insgesamt stehen in diesem Jahr 16 Badestellen an 14 Badegewässern im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung. Die Saison läuft voraussichtlich bis Mitte September. Auf der Nordseeinsel Neuwerk beginnt der Badebetrieb traditionell später, dort startet die Saison Mitte Juni.
Die Stadt verweist auf teils unterschiedliche Saisonzeiten je nach Gewässertyp. Einen Überblick bietet die städtische Informationsseite unter www.hamburg.de/go/badegewaesser.
Unterschiedliche Bedingungen an den Badegewässern
Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) weist darauf hin, dass die Nutzung der Badegewässer mit lokalen Besonderheiten verbunden ist. Am Eichbaumsee bleibt die Badestelle Ost nur unter Vorbehalt geöffnet und kann bei Auftreten von Blaualgen kurzfristig gesperrt werden. Die Badestelle Nord bleibt weiterhin geschlossen.
Auch an anderen Gewässern gelten besondere Sicherheitsaspekte: So wird ausdrücklich davon abgeraten, in der Elbe zu baden. Die Flussbedingungen gelten als gefährlich, unter anderem wegen starker Strömungen durch Tide und Schiffsverkehr, eingeschränkter Sicht unter Wasser sowie nicht erkennbarer Steilkanten. Hinzu kommt eine erhöhte bakterielle Belastung.
Für alle Badestellen gilt zudem die Empfehlung, nur in Gewässern zu schwimmen, in denen ausreichende Sichttiefe gegeben ist. Wenn der Grund im knietiefen Wasser nicht mehr sichtbar ist, sollte auf das Baden verzichtet werden. Auch eine grünliche oder türkise Verfärbung kann auf das Vorkommen von Blaualgen hinweisen, die gesundheitlich bedenklich sein können.
Naturschutz und Sicherheit im Fokus
Die Behörden betonen neben der Sicherheit auch den Schutz der Natur. In Uferbereichen von Baggerseen können steile Abbruchkanten auftreten, die ein plötzliches Abfallen der Wassertiefe verursachen. Die Ufervegetation soll unberührt bleiben, da sie zur Stabilisierung der Gewässer beiträgt.
Zudem wird darum gebeten, Abfälle ausschließlich in vorgesehenen Behältern zu entsorgen und sanitäre Anlagen zu nutzen. Das Füttern von Wasservögeln wird untersagt, da es das ökologische Gleichgewicht stören und indirekt auch das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen wie eines Zerkarienbefalls erhöhen kann.
Regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität
Die Wasserqualität der Hamburger Badegewässer wird während der gesamten Saison in regelmäßigen Abständen überprüft. Alle drei Wochen entnehmen die zuständigen Bezirksämter Wasserproben, die im Institut für Hygiene und Umwelt auf bakterielle Belastungen untersucht werden. Grundlage ist die EG-Badegewässerrichtlinie.
Bei Überschreitungen von Grenzwerten können kurzfristige Maßnahmen wie Badeverbote erlassen werden. Ergänzend werden physikalische Parameter wie Sichttiefe, pH-Wert und Wassertemperatur erfasst. Bei Verdacht auf Algenblüten erfolgen zusätzliche Untersuchungen auf Cyanobakterien (Blaualgen). In solchen Fällen können Sperrungen zum Schutz der Badegäste ausgesprochen werden.
Bewertung der Badewasserqualität
Die aktuelle Bewertung der Hamburger Badegewässer fällt überwiegend positiv aus. Der Öjendorfer See (Badestelle Nord) sowie die Badestelle auf Neuwerk werden mit der Qualitätsstufe „gut“ eingestuft. Alle übrigen offiziellen Badestellen erreichen die Bewertung „ausgezeichnet“.
Aktuelle Messergebnisse, Bewertungen sowie Informationen zu Anfahrt und Ausstattung der einzelnen Badestellen stellt die Stadt online bereit unter www.hamburg.de/go/badegewaesser.

