Skip to content Skip to footer

Baumfällsaison startet: NABU bietet Hilfestellung bei drohenden Fällungen

Am 1. Oktober beginnt in Hamburg die Baumfällsaison. Bis Ende Februar sind damit wieder stärkere Rückschnitte und – soweit die erforderlichen Genehmigungen vorliegen – auch Fällungen von Bäumen möglich. Der NABU Hamburg weist zum Start der Saison darauf hin, dass eine drohende Fällung nicht automatisch hingenommen werden muss und Bürgerinnen und Bürger verschiedene Möglichkeiten haben, sich für den Erhalt von Bäumen einzusetzen.

Nach Angaben des NABU gehen während der Fällsaison jedes Jahr mehrere tausend Bäume sowie weiteres Stadtgrün verloren. Der größte Teil der Fällungen findet auf privaten Grundstücken statt. Aber auch Straßenbäume sowie Bäume in Parks und öffentlichen Grünanlagen sind betroffen.

Um Bürgerinnen und Bürgern eine Hilfestellung zu geben, hat der NABU eine Checkliste für drohende Baumfällungen zusammengestellt. Sie zeigt auf, welche Schritte möglich sind, wenn eine Fällung angekündigt wird oder bereits vorbereitet wird. Die Checkliste ist unter www.NABU-Hamburg.de/checkliste abrufbar.

Der Umweltverband betont zugleich, dass der Beginn der Fällsaison kein genereller „Freifahrtschein“ für Baumfällungen sei. Gerade große und alte Bäume seien für das Stadtklima und die Artenvielfalt von besonderer Bedeutung. Neu gepflanzte Bäume benötigten viele Jahre, bis sie vergleichbare Funktionen übernehmen könnten.

„Wilder Wald“ in Wilhelmsburg als Beispiel

Dass sich ein genauer Blick auf geplante Fällungen lohnen kann, zeigt nach Auffassung des NABU das Beispiel des sogenannten Wilden Waldes in Wilhelmsburg.

Dort sollten Anfang 2026 rund 800 Quadratmeter Wald gerodet werden. Der NABU ging dagegen vor und stellte beim Hamburger Verwaltungsgericht einen Eilantrag. Das Gericht untersagte die Fällungen zunächst. Im weiteren Verlauf wurde nach Angaben des NABU auch die Baugenehmigung für die betreffende Fläche aufgehoben.

Dauerhaft gesichert ist der rund neun Hektar große Wald damit allerdings noch nicht. Die Planungen für das sogenannte Spreehafenviertel bestehen weiterhin und könnten langfristig große Teile der Waldfläche betreffen. Für die kommende Fällsaison liegt nach Kenntnis des NABU derzeit jedoch keine gültige Rodungsgenehmigung vor.

Der NABU setzt sich deshalb weiterhin für einen dauerhaften Erhalt des Wilden Waldes ein. Das Areal habe sich über Jahrzehnte weitgehend ungestört entwickelt und biete zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.

Wer in Hamburg von einer geplanten Baumfällung erfährt und Zweifel an deren Zulässigkeit hat, kann die Checkliste des NABU nutzen, um die Situation zu prüfen und mögliche weitere Schritte einzuleiten.