Nach zahlreichen Nachfragen aus der Nachbarschaft gibt es nun erste konkrete Informationen zur großen Baustelle am Pulverhofsweg 17. Die Antwort von Hamburg Wasser bringt zwar mehr Klarheit – dürfte aber nicht alle Sorgen der Anwohner ausräumen.
Keine Wohnbebauung – aber weiterhin technische Nutzung
Fest steht:
Auf dem Gelände des ehemaligen Klärwerks Farmsen wird keine klassische Wohnbebauung entstehen. Stattdessen bleibt die Fläche auch künftig Teil der technischen Infrastruktur von Hamburg Wasser.
Bereits heute wird das Areal als sogenannte Kippstelle genutzt. Hier wird Siel- und Trummengut gesammelt – also Abfälle, die bei der Reinigung der Kanalisation anfallen. Zusätzlich verläuft über das Gelände mit dem „Sammler Ost“ eine zentrale Abwasserleitung, die täglich rund 34.800 Kubikmeter Abwasser aus Hamburg und umliegenden Gemeinden transportiert.
Damit ist klar: Das Gelände bleibt ein wichtiger Bestandteil der städtischen Entsorgung – und damit auch ein dauerhaft genutzter Betriebsstandort.
Rückbau mit Auflagen – Fläche bleibt gebunden
Die aktuell sichtbaren Bauarbeiten sind Rückbaumaßnahmen des alten Klärwerks. Diese erfolgen nicht willkürlich, sondern auf Grundlage behördlicher Vorgaben.
Besonders wichtig:
Das Gelände fungiert als Ausgleichsfläche für ein anderes Bauprojekt von Hamburg Wasser am Streekweg. Dadurch ist die Nutzung bereits rechtlich stark eingeschränkt und an ökologische Auflagen gebunden.
Zukunft: „Vorhaltefläche“ lässt Spielraum
Ein entscheidender Punkt sorgt weiterhin für Unsicherheit:
Das Gelände soll zusätzlich als sogenannte Vorhaltefläche dienen. Das bedeutet, dass Hamburg Wasser sich die Möglichkeit offenhält, dort künftig weitere betriebliche Nutzungen auszubauen.
Was genau das konkret heißt, bleibt offen:
- Erweiterung der Kippstelle?
- Zusätzliche technische Anlagen?
- Intensivere Nutzung?
Hier fehlt es weiterhin an konkreten Aussagen – und genau das sorgt vor Ort für Unruhe.
Sorgen der Anwohner bleiben bestehen
Auch mit den neuen Informationen bleiben zentrale Probleme ungelöst. Viele Anwohner berichten weiterhin von:
- starkem Parkdruck im Quartier
- überlasteter Kanalisation und wiederkehrenden Gerüchen
- zunehmender Verdichtung ohne ausreichende Infrastruktur
Die Befürchtung: Eine dauerhafte oder sogar ausgeweitete Nutzung könnte diese Situation weiter verschärfen.
Besonders kritisch wird auch gesehen, dass bereits jetzt erhebliche Eingriffe in den Baumbestand erfolgt sind.
Fazit: Mehr Klarheit – aber noch keine Entwarnung
Die Antwort von Hamburg Wasser schafft Transparenz in einem wichtigen Punkt:
Eine Bebauung im klassischen Sinne ist nicht geplant.
Gleichzeitig bleibt jedoch festzuhalten:
Das Gelände wird dauerhaft infrastrukturell genutzt – mit Entwicklungspotenzial nach oben.
Für die Anwohner bedeutet das:
Die eigentlichen Fragen beginnen jetzt erst.
- Wie stark wird die Nutzung künftig ausfallen?
- Welche Auswirkungen hat das auf Verkehr, Geruch und Umwelt?
- Und wie wird sichergestellt, dass die Belastung für das Quartier nicht weiter steigt?
Hier besteht weiterhin erheblicher Klärungsbedarf. Ich werde die Entwicklung weiter eng begleiten.


