Rund um das künftige Baugebiet des Bebauungsplans 40/Farmsen wächst die Sorge der Anwohnerinnen und Anwohner – insbesondere vieler Mütter – von Tag zu Tag. Während die Planung für das private Wohnungsbauprojekt voranschreitet, bleiben zentrale Fragen zur Sicherheit der Kinder völlig unbeantwortet.
Das Gelände grenzt direkt an die Kita „Mouse House“, die Schwimmschule „Paddelchen“ sowie an die Wohngebiete Anneliese-Tuchel-Weg und Marie-Bautz-Weg. Viele Kinder aus dem Neubaugebiet gehen täglich zu Fuß zur Erich-Kästner-Grundschule an der Berner Au. Der Schulweg führt für zahlreiche Kinder mitten durch das Gebiet, das künftig von erheblichen Baustellenverkehren betroffen sein wird.
Eltern warnen: Eine Zufahrt über den Marie-Bautz-Weg wäre hochgefährlich
Besonders kritisch wäre eine Baustellenzufahrt über den Marie-Bautz-Weg – eine verkehrsberuhigte Straße, die tagtäglich von vielen Grundschulkindern überquert wird. Mehrere Eltern berichten bereits jetzt von unübersichtlichen Situationen im morgendlichen Schulverkehr. Die Vorstellung, hier zusätzlich schwere Baufahrzeuge verkehren zu lassen, lässt viele Familien verzweifelt zurück.
Der Senat weiß – Stand heute – schlicht nichts
Auf Nachfrage bestätigt der Senat:
- Es handelt sich um ein privates Bauvorhaben,
- die Baustellenlogistik und die verkehrssichere Führung des Fuß- und Radverkehrs liegen beim Vorhabenträger,
- und dem Bezirksamt liegen aktuell keinerlei Pläne vor: weder zur Verkehrsführung, noch zur Baustellenzufahrt, noch zur Sicherung der Schulwege.
Eltern und Anwohner bleiben damit weiterhin völlig im Unklaren:
- Welche Straße wird zur Baustellenzufahrt?
- Welche Schutzmaßnahmen sind vorgesehen?
- Wann werden Ampeln, gesicherte Querungen oder Geschwindigkeitsbegrenzungen eingerichtet?
- Und warum wurde bislang keine Verkehrsfolgenabschätzung erstellt – obwohl das Umfeld gleich drei Einrichtungen mit kleinen Kindern umfasst?
Senat ohne Konzept – Anwohner ohne Antworten
Besonders irritierend: Das Bezirksamt teilt lediglich mit, man werde den Vorhabenträger „anweisen“, für die sichere Führung vulnerabler Gruppen zu sorgen. Konkrete Maßnahmen? Fehlanzeige. Abstimmungen mit der Polizei? Nicht erfolgt. Beteiligung der Kita, der Grundschule und der Schwimmschule? Nicht vorgesehen. Kommunikationsplan für die Anwohnerschaft? Nicht bekannt.
Für die betroffenen Familien ist dieser Schwebezustand untragbar. Während schwere Baufahrzeuge, Anlieferverkehr und Erdarbeiten erhebliche Gefahrenquellen darstellen, erwartet man von der Verwaltung zu Recht klare Vorgaben, abgestimmte Verkehrsführungen und eine frühzeitige Information der Anwohnerinnen und Anwohner.
Hier droht ein Bauprojekt auf Kosten der Sicherheit unserer Kinder. Solange weder eine belastbare Baustellenlogistik noch konkrete Schutzmaßnahmen vorliegen, setzt der Senat die Familien aus Farmsen-Berne unkalkulierbaren Risiken aus. Elternpolitik bedeutet Verantwortung übernehmen – nicht warten, bis etwas passiert.
Quelle: 23-02044

