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Bramfeld: Gut Karlshöhe soll Vorzeigeprojekt sein – nutzt aber selbst kaum Photovoltaik

Das Umweltzentrum auf Gut Karlshöhe gilt seit Jahren als wichtiger Ort für Umwelt- und Klimabildung in Hamburg. Die Hamburger Klimaschutzstiftung betreibt das Gelände und möchte dort zeigen, wie nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz praktisch umgesetzt werden können.

Gerade deshalb fällt ein Widerspruch besonders auf: Während auf Gut Karlshöhe die Vorteile erneuerbarer Energien vermittelt werden, sind eigene Potenziale – etwa für Photovoltaik – bislang nur unzureichend genutzt worden.

Geothermie geprüft – Projekt wieder eingestellt

In den Jahren 2024 und 2025 wurde das Potenzial einer geothermischen Anlage auf dem Gelände geprüft. Diese sollte mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden.

Nach Abschluss der Prüfung wurde das Vorhaben jedoch wieder verworfen. Ein beteiligtes Energieunternehmen kam zu dem Ergebnis, dass die zu erwartenden Erträge zu gering seien, sodass das Projekt nicht weiterverfolgt wurde.

Photovoltaik weiterhin nur geplant

Stattdessen soll nun zumindest das Photovoltaik-Potenzial auf Gut Karlshöhe genutzt werden. Dafür wird derzeit ein Contracting-Modell angestrebt – ein externer Partner soll Planung, Bau und Betrieb übernehmen.

Ein geeigneter Partner wird aktuell jedoch noch gesucht. Erst danach soll eine PV-Anlage „im größtmöglichen Umfang“ installiert werden. Gleichzeitig soll diese Anlage in das Informations- und Beratungsangebot des Umweltzentrums integriert werden.

Vorzeigeprojekt mit offenem Widerspruch

Gerade hier zeigt sich ein deutlicher Widerspruch:
Gut Karlshöhe soll Besucherinnen und Besuchern die Vorteile von Photovoltaik und erneuerbaren Energien erklären – hat aber selbst über Jahre hinweg nicht einmal die eigenen geeigneten Dachflächen konsequent genutzt.

Wenn ein Umweltzentrum als Leuchtturmprojekt für Klimaschutz auftreten möchte, erwarten viele Bürgerinnen und Bürger auch, dass solche Technologien vor Ort sichtbar und selbstverständlich eingesetzt werden.

Anspruch und Realität klaffen auseinander

Die Idee eines Vorzeigeortes für Klimabildung ist richtig und wichtig. Doch ein solcher Anspruch muss sich auch im eigenen Handeln widerspiegeln.

Solange Photovoltaik auf Gut Karlshöhe weiterhin nur geplant wird und nach Partnern gesucht werden muss, bleibt ein schaler Eindruck:
Wer die Energiewende erklären will, sollte sie auch auf dem eigenen Dach umsetzen.