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Bramfeld – Gut Karlshöhe darf nicht kaputtgespart werden: Vorstand warnt vor dem Ende der bisherigen Arbeit

Gut Karlshöhe in Bramfeld ist eine der wichtigsten Einrichtungen für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung in Hamburg. Jährlich nehmen rund 60.000 Erwachsene, mehr als 570 Schulklassen und über 150 Kitagruppen die Angebote der Hamburger Klimaschutzstiftung wahr. Fast 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten diese Arbeit und kümmern sich zugleich um den Erhalt und Betrieb des historischen Guts.

Doch die Zukunft dieser erfolgreichen Einrichtung ist gefährdet. Vorstand und Stiftungsrat haben sich deshalb am 29. Juli 2026 mit einem eindringlichen Brandbrief an den Senat und die Bürgerschaft gewandt. Nach ihren Informationen bestehe die Absicht, die Mittel „so radikal zu kürzen, dass deren Arbeit nicht fortgeführt werden könnte“.

Deutlicher kann eine Warnung kaum ausfallen.

Förderung reicht wegen steigender Kosten immer weniger aus

Die reguläre institutionelle Förderung für Gut Karlshöhe beträgt seit 2020 unverändert 500.000 Euro jährlich. Auch für 2027 und 2028 ist weiterhin nur dieser Betrag vorgesehen.

Damit steht der Stiftung über neun Jahre nominal dieselbe Grundförderung zur Verfügung – trotz steigender Gehälter, Energiepreise sowie Kosten für Gebäude, Grundstück und Veranstaltungen. Allein bei den Personalkosten berücksichtigt der Senat für 2027 Tarifsteigerungen von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Stiftung soll 2027 und 2028 zwar jeweils 350.000 Euro an zusätzlichen Sondermitteln erhalten. Dieses Geld schafft aber nicht automatisch neue Spielräume. Nach Angaben des Senats wird es unter anderem benötigt, um Tarifsteigerungen, eine Fundraisingstelle, wegfallende Verwaltungseinnahmen und ein erneut erwartetes Defizit auszugleichen. Es dient damit vor allem dazu, bereits entstandene Finanzierungslücken zu schließen und das Stiftungskapital zu schützen.

Wichtige Projektmittel sinken um mehr als 18 Prozent

Gleichzeitig werden die Mittel für die Koordinierungsstelle des Hamburger Masterplans Bildung für nachhaltige Entwicklung gekürzt. Für 2026 stehen noch 490.000 Euro zur Verfügung. In den Jahren 2027 und 2028 sollen es jeweils nur noch 400.000 Euro sein.

Das bedeutet eine Kürzung um 90.000 Euro pro Jahr beziehungsweise mehr als 18 Prozent. Der Senat will den Masterplan künftig stärker auf eine digitale Vernetzungsplattform konzentrieren. Die Verantwortung für die Umsetzung konkreter Maßnahmen soll dagegen auf die einzelnen Fachbehörden übertragen werden.

Auch der Hamburger Klimafonds wurde massiv zurückgefahren:

  • 2022: 502.000 Euro
  • 2023: 266.000 Euro
  • 2024: 265.000 Euro
  • 2025: nur noch 57.000 Euro
  • ab 2026: bislang keine weiteren Mittel ausgewiesen

Ob der Fonds später wieder aufgenommen wird, soll lediglich geprüft werden. Auch die Förderung durch die Schulbehörde ist für 2027 und 2028 noch nicht abschließend geklärt. Von langfristiger Planungssicherheit kann daher keine Rede sein.

Es geht um viel mehr als den Betrieb eines Gebäudes

Der Senat erklärt, der Betrieb von Gut Karlshöhe bleibe gewährleistet. Doch diese Aussage greift viel zu kurz. Es reicht nicht, das Gelände geöffnet zu halten und ein bestehendes Defizit auszugleichen. Entscheidend ist, ob die Stiftung ihre erfolgreiche Bildungs-, Kinder-, Jugend- und Familienarbeit fortsetzen kann.

Vorstand und Stiftungsrat betonen zu Recht, dass die Stiftung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe erfüllt. Sie fördert Wissen, Engagement, Zusammenhalt und demokratische Beteiligung. Nach Angaben der Stiftung liegen allein die finanziellen Einsparungen bei Energie und CO₂ deutlich über ihrem gesamten Jahresbudget von knapp 1,7 Millionen Euro.

Im Infobrief wird die Bedeutung der Entscheidung klar benannt: Ein Wegfall der Förderung wäre eine „Absage an den notwendiger denn je zu fördernden Prozess einer nachhaltigen Entwicklung“.

Wir müssen jetzt laut werden

Gut Karlshöhe liegt in meinem Wahlkreis und ist für Bramfeld wie für ganz Hamburg von großer Bedeutung. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass diese Arbeit durch eingefrorene Grundmittel, steigende Kosten und sinkende Projektförderung schrittweise ausgehöhlt wird.

Rot-Grün spricht ständig über Klimaschutz, Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung. Dann muss der Senat aber auch diejenigen verlässlich finanzieren, die diese Aufgaben seit Jahren erfolgreich in die Praxis umsetzen. Große Klimaschutzreden zu halten und gleichzeitig bei Gut Karlshöhe zu kürzen, passt nicht zusammen.

Vorstand und Stiftungsrat fordern eine langfristige Absicherung der Aufgaben durch einen eigenen Haushaltstitel anstelle jährlich unsicherer Projektförderungen. Diese Forderung unterstütze ich ausdrücklich.

Jetzt müssen wir laut werden und gemeinsam deutlich machen: Unser Gut Karlshöhe darf nicht kaputtgespart werden!

Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage von Sandro Kappe und Antwort des Senats, Bürgerschaftsdrucksache 23/5166 vom 8. September 2026; Anschreiben und Infobrief von Mitgliedern des Vorstands und des Stiftungsrats der Hamburger Klimaschutzstiftung vom 29. Juli 2026.