Die Antwort des Senats zur Bushaltestelle Haldesdorfer Straße an der Werner-Otto-Straße ist kaum nachvollziehbar: Die Haltestelle erfüllt nach Angaben des Senats alle Kriterien, die für die Ausstattung mit einem Fahrgastunterstand sprechen – trotzdem soll dort auf absehbare Zeit keiner entstehen.
Das Problem liegt unter der Erde. Leitungen in den Nebenflächen, darunter eine Hochdruckgasleitung, verhindern nach Angaben des Senats die feste Installation eines Fahrgastunterstands. Alle infrage kommenden Positionen seien bereits geprüft worden.
Besonders unbefriedigend ist das mit Blick auf die neue Schule, die im direkten Umfeld entsteht. Der Senat bestätigt selbst, dass die Nähe zu einem Schulstandort grundsätzlich dafür spricht, eine Haltestelle bei der Ausstattung mit einem Fahrgastunterstand zu bevorzugen. Auch ansonsten erfülle die Haltestelle sämtliche Kriterien für einen Unterstand.
Warum dann keine mobile Lösung?
Wenn ein fest installierter Fahrgastunterstand aufgrund der Leitungen tatsächlich nicht möglich ist, muss die Frage erlaubt sein: Warum wird dann nicht nach einer mobilen oder anders konstruierten Lösung gesucht, die ohne problematische Eingriffe in den Untergrund auskommt?
Es kann doch nicht die dauerhafte Antwort sein, dass Schülerinnen und Schüler sowie alle anderen Fahrgäste bei Regen und schlechtem Wetter ohne Schutz warten müssen, nur weil an dieser Stelle kein klassischer Fahrgastunterstand im Boden verankert werden kann.
Das Bezirksamt hat eine mögliche Verlegung der Leitungen zwar in seinen „Maßnahmenspeicher“ aufgenommen. Einen konkreten Umsetzungstermin nennt der Senat jedoch nicht. Erst wenn es dort Fortschritte gibt, könne der Standort erneut betrachtet werden.
Das ist zu wenig. Wenn eine dauerhafte bauliche Lösung kurzfristig nicht möglich ist, braucht es eine pragmatische Alternative. Ein mobiler Wetterschutz sollte zumindest ernsthaft geprüft werden.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage, Drs. 23/4950
Artikel vom 22.07.2026 dazu:

