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Bramfeld: Mehr Schüler, gleiche Hallen: Reicht das für den Sportunterricht an der Stadtteilschule Osterbek?

Die Schülerzahlen an der Stadtteilschule Osterbek steigen weiter deutlich an – und mit ihnen wächst der Druck auf die ohnehin begrenzten Sportkapazitäten am Standort Turnierstieg. Neue Klassen werden eingerichtet, die Schule wächst planmäßig weiter. Doch die zentrale Frage bleibt: Reichen die vorhandenen Hallenflächen aus, um einen ordnungsgemäßen Sportunterricht sicherzustellen?

Drei Hallenteile für zwei Schulen

Derzeit stehen am Standort Turnierstieg drei von insgesamt vier Sporthallenflächen zur Verfügung. Darunter befinden sich zwei Felder der Dreifeldhalle. Die Nutzung erfolgt gemeinsam durch die Stadtteilschule Osterbek und das Gymnasium Osterbek.

Aktuell verteilen sich die Schülerzahlen wie folgt:

  • Stadtteilschule Osterbek: 237 Schülerinnen und Schüler in 10 Klassen (Jahrgänge 5 und 6)
  • Gymnasium Osterbek: 576 Schülerinnen und Schüler in 24 Klassen

Der rechnerische Sportflächenbedarf liegt derzeit bei:

  • 0,75 Hallenfeldern für die Stadtteilschule
  • 1,7 Hallenfeldern für das Gymnasium

Insgesamt ergibt sich damit ein Bedarf von 2,45 Hallenfeldern – bei aktuell drei verfügbaren Flächen scheint dies rechnerisch zunächst ausreichend.

Situation verschärft sich weiter

Mit Blick auf das kommende Schuljahr 2026/27 wird die Stadtteilschule weiter wachsen. Geplant sind fünf neue Eingangsklassen. Die Schülerzahl steigt damit voraussichtlich auf rund 345 Schülerinnen und Schüler.

Der rechnerische Bedarf erhöht sich entsprechend:

  • Stadtteilschule: 1,1 Hallenfelder
  • Gymnasium: weiterhin 1,7 Hallenfelder

Gesamtbedarf: 2,8 Hallenfelder

Damit bleibt nur noch ein sehr geringer Puffer – bei gleichzeitig bestehender Unsicherheit, da das Schadensbild der Halle fortlaufend überprüft wird und Einschränkungen jederzeit möglich sind.

Keine zusätzlichen Lösungen geplant

Trotz der steigenden Belastung sieht der Senat aktuell keinen Bedarf für Übergangs- oder Ersatzlösungen. Stattdessen soll der Sportunterricht durch organisatorische Maßnahmen sichergestellt werden, etwa durch:

  • verstärkte Nutzung von Außensportanlagen
  • alternative Sportangebote durch Dritte

Bauliche Übergangslösungen – wie etwa temporäre Hallen oder Freilufthallen – sind ausdrücklich nicht vorgesehen.

Sanierung ab 2027 – aber ohne Ersatz

Die Sanierung der Sporthalle Turnierstieg ist geplant:

  • Abschluss Vorentwurf: Juli 2026
  • Abschluss Entwurfsplanung: September 2026
  • Baubeginn: März 2027

Während der Bauphase sind keine baulichen Ersatzmaßnahmen vorgesehen. Das bedeutet: Der ohnehin knappe Raum wird weiter reduziert, während gleichzeitig mehr Schülerinnen und Schüler versorgt werden müssen.

Auch für den Vereinssport wird die Situation schwierig. Alternative Hallenzeiten können laut Bezirksamt nur vereinzelt angeboten werden – und auch nur dann, wenn irgendwo Kapazitäten frei sind.

Langfristig Entspannung – kurzfristig Engpass

Erst nach Abschluss der Sanierung sollen wieder vier Sporthallenflächen zur Verfügung stehen. Dann würde sich die Situation rechnerisch entspannen:

  • Schuljahr 2027/28: Bedarf 3,2 Hallenfelder
  • Schuljahr 2028/29: Bedarf 3,6 Hallenfelder
  • Schuljahr 2029/30: Bedarf 4,0 Hallenfelder

Mit vier Hallenflächen wäre der Bedarf langfristig gedeckt – allerdings erst nach Abschluss der Bauarbeiten.

Die Zahlen zeigen deutlich: Noch reicht die Kapazität rechnerisch aus – aber die Reserven sind minimal. Mit steigenden Schülerzahlen und der bevorstehenden Sanierung droht eine weitere Verschärfung.

Dass der Senat dennoch auf zusätzliche Übergangslösungen verzichtet, ist kritisch zu sehen. Denn gerade in der Bauphase wird sich zeigen, ob organisatorische Maßnahmen allein ausreichen – oder ob der Sportunterricht und der Vereinssport in der Praxis ins Hintertreffen geraten.

– Drucksache 23/3807 –