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Bramfeld-Nord: Sportplatz verfällt, Kinder haben das Nachsehen

Während Hamburg über Bewegungsmangel bei Kindern, Gesundheitsförderung und mehr Sport im Schulalltag diskutiert, zeigt sich am Hohnerkamp in Bramfeld ein bemerkenswertes Bild: Direkt neben einer Grundschule liegt ein seit Jahren sanierungsbedürftiger Sportplatz brach – genutzt wird er nicht. Gleichzeitig erklärt der Senat, zusätzliche Außensportflächen seien für die Schule nicht erforderlich.

Ausgangspunkt der Anfrage waren Beschwerden von Eltern. Sie berichten, dass den Schülerinnen und Schülern am Standort Hohnerkamp 58 nur begrenzte Bewegungsflächen zur Verfügung stehen. Besonders unverständlich erscheint vielen, dass sich unmittelbar neben der Schule ein Sportplatz befindet, der seit Jahren nicht ertüchtigt wird und stattdessen perspektivisch bebaut werden soll.

Die Antwort des Senats fällt ernüchternd aus. Demnach sei der Sportunterricht durch die vorhandene Einfeldhalle vollständig abgesichert. Für zusätzliche Bewegungsangebote könnten die Außenflächen am Schulstandort oder die Anlagen am Hauptstandort der Schule in der Thomas-Mann-Straße genutzt werden. Dort befindet sich ein rund 7.500 Quadratmeter großer Rasensportplatz – allerdings rund 1,5 Kilometer entfernt.

Damit bestätigt der Senat letztlich das Problem: Der einzige größere Sportplatz, auf den die Schule zurückgreifen kann, befindet sich nicht direkt am Schulstandort, sondern in erheblicher Entfernung. Gerade für Grundschulkinder ist dies alles andere als ideal. Jede Nutzung erfordert zusätzlichen organisatorischen Aufwand und kostet wertvolle Unterrichtszeit.

Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass der Senat die Frage nach dem sanierungsbedürftigen Sportplatz praktisch unbeantwortet lässt. Gefragt wurde ausdrücklich, ob eine Sanierung der unmittelbar angrenzenden Fläche aus Sicht der Schulbehörde für den Schulbetrieb sinnvoll wäre. Eine fachliche Bewertung dazu bleibt aus. Stattdessen verweist die Behörde lediglich darauf, dass zusätzliche Außenflächen nicht erforderlich seien.

Dabei geht es nicht nur um die formale Absicherung des Lehrplans. Bewegung, Spiel und Sport sind zentrale Bestandteile einer gesunden Entwicklung. Wer Grundschulen lediglich danach bewertet, ob die vorgeschriebenen Sportstunden irgendwie organisiert werden können, greift zu kurz. Kinder brauchen wohnortnahe Bewegungsflächen, kurze Wege und ausreichend Platz für Sport und Freizeit.

Der Fall Hohnerkamp zeigt erneut ein grundsätzliches Problem Hamburger Schulpolitik: Vorhandene Sportflächen verfallen oder werden für andere Nutzungen vorgesehen, während gleichzeitig jeder Quadratmeter Bewegungsfläche für Kinder wertvoll wäre. Statt vorhandene Potenziale zu nutzen, wird argumentiert, dass das absolute Minimum an Sportangeboten noch gewährleistet sei.

Für viele Eltern bleibt deshalb die Frage offen: Warum lässt man einen Sportplatz direkt neben einer Grundschule verfallen, wenn gleichzeitig über Bewegungsmangel bei Kindern geklagt wird?

Quelle: Drucksache 23/4110