Die kurzfristige und auf unbestimmte Zeit erfolgte Sperrung der Dreifeld-Sporthalle am Turnierstieg trifft den Vereinssport in Bramfeld mit voller Wucht. Besonders kritisch ist dabei nicht nur die aktuelle Situation, sondern der Umstand, dass die Probleme lange bekannt waren – und dennoch keine rechtzeitigen, nachhaltigen Maßnahmen ergriffen wurden. Leidtragende sind nun die Vereine, Ehrenamtlichen und Sportlerinnen und Sportler, die von heute auf morgen ohne Trainingsmöglichkeiten dastehen.
Bekannte Schäden, bekannte Risiken – vertane Zeit
Bereits im Jahr 2024 wurde im Eingangsbereich der Halle eine Absackung festgestellt. Ursache war eindringendes Oberflächenwasser, das ein hölzernes Tragegerüst beschädigt hatte. Zwar wurde dieser Teilbereich repariert, doch statt einer umfassenden Sanierung entschied sich der Senat beziehungsweise das zuständige Bildungsbauunternehmen SBH | Schulbau Hamburg, den Betrieb mit regelmäßigen Sichtkontrollen fortzuführen und die Sanierung lediglich auf 2026 vorzuziehen.
Damit war klar: Das Risiko blieb bestehen. Dennoch wurde der Schul- und Vereinssport weiterlaufen gelassen – ohne belastbare bauliche Absicherung.
Vollsperrung mit Ansage – aber ohne Plan B
Am 8. Dezember 2025 kam es dann zum erneuten Absacken des Hallenbodens. Die Halle wurde umgehend gesperrt. Betroffen ist eine der wichtigsten Sportstätten im Stadtteil: Die Dreifeldhalle wird neben dem Schulsport mit rund 53 Wochenstunden von Vereinen wie dem Bramfelder SV, TSV Wandsetal, WTSV Concordia, dem RHTC sowie vom Hamburger Volleyball-Verband genutzt. Zusammen mit der Einfeldhalle am Standort bildet sie das sportliche Rückgrat für hunderte Aktive.
Besonders gravierend: Nach Einschätzung des Bezirksamts stehen keine Ausweichflächen für den Vereinssport zur Verfügung. Während für den Schulsport zumindest geprüft wird, ob andere Standorte genutzt werden können, bleiben die Vereine faktisch außen vor.
Vereine zahlen den Preis für politisches Zögern
Dass nun erst Gutachten beauftragt, der Hallenboden geöffnet und Ursachen untersucht werden, ist sachlich richtig – kommt aber zu spät. Eine belastbare Aussage zu Kosten, Sanierungsumfang oder Dauer der Sperrung gibt es derzeit nicht. Selbst eine teilweise Nutzung ist bislang nur Gegenstand von Prüfungen.
Das Ergebnis dieses jahrelangen Hinauszögerns ist fatal:
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Trainings fallen ersatzlos aus
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Ehrenamtliche Arbeit wird massiv erschwert
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Kinder, Jugendliche und Erwachsene verlieren ihre sportliche Heimat
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Vereine geraten organisatorisch und finanziell unter Druck
Verantwortung nicht auf dem Rücken des Sports austragen
Der Senat wusste um die baulichen Probleme, entschied sich aber für ein Weiter-so auf Zeit. Nun stehen die Vereine ohne Perspektive da. In einem Stadtteil mit ohnehin knappen Hallenkapazitäten ist das ein schwerer Schlag für den organisierten Sport.
Was es jetzt braucht, ist mehr als Prüfaufträge: klare Priorität für den Vereinssport, transparente Zeitpläne, echte Ausweichlösungen und die Übernahme der entstehenden Mehrkosten durch die Stadt. Alles andere wäre ein weiteres Signal, dass der Senat den Breitensport zwar lobt – ihn im Ernstfall aber alleinlässt.
Quelle: Drucksache 23/2397

