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Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne: Jugend-Streetwork vor Ort – zu wenig Präsenz für große Stadtteile

Wie ist die aufsuchende Jugendsozialarbeit nach § 13 SGB VIII in Steilshoop, Bramfeld und Farmsen-Berne aktuell aufgestellt? Ein Blick auf die personelle Ausstattung zeigt: Gerade in sozial belasteten Stadtteilen ist das Angebot äußerst knapp – und teils nicht hinnehmbar.

In Steilshoop steht derzeit nur eine einzige Vollzeitstelle für aufsuchende Jugendsozialarbeit zur Verfügung. Diese ist montags bis freitags persönlich, telefonisch und digital erreichbar und arbeitet sowohl vom Büro aus als auch aufsuchend im Sozialraum, unter anderem regelmäßig am Haus der Jugend Steilshoop. Zu den Aufgaben zählen laut Senat unter anderem Beziehungsarbeit mit Jugendlichen, Beratung und Begleitung, Präventions- und Konfliktarbeit, Unterstützung bei schulischen, familiären oder persönlichen Problemen sowie die Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote. Angesichts zahlreicher Vorfälle, bekannter sozialer Problemlagen und eines hohen Präventionsbedarfs im Stadtteil ist eine einzelne Stelle jedoch offensichtlich unzureichend. Dauerhafte Präsenz und wirksame Prävention lassen sich so kaum leisten.

In Farmsen-Berne ist die Situation ähnlich. Auch hier ist 1,0 Vollzeitäquivalent vorgesehen. Die Jugendsozialarbeit ist an mindestens vier Tagen pro Woche erreichbar und regelmäßig an bekannten Treffpunkten präsent, etwa am U-Bahnhof Farmsen, an den Spraywänden entlang der Bahnschienen, im Jugendclub Weißenhof sowie in der Wohnunterkunft Meilerstraße. Inhaltlich umfasst die Arbeit ebenfalls Beratung, Prävention, Stabilisierung von Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen und die Vermittlung in Unterstützungsangebote.

Besonders kritisch ist die Lage in Bramfeld. Für einen Stadtteil mit über 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist keine eigene Streetwork- oder Jugendsozialarbeitsstelle ausgewiesen. Das ist kaum nachvollziehbar und sozialpolitisch nicht akzeptabel. Wer Jugendprävention und frühzeitige Unterstützung ernst meint, kann einen der größten Stadtteile Hamburgs nicht faktisch ohne aufsuchende Jugendsozialarbeit lassen.

Zwar verweist der Senat auf perspektivische Weiterentwicklungen. Klar ist aber schon heute:
Steilshoop braucht mehr als eine Stelle – und Bramfeld braucht endlich überhaupt eine.

Quelle: Drucksache 23/2672