Auf den ersten Blick wirkt es völlig unverständlich: Direkt vor dem Baufeld an der Bramfelder Chaussee wurde eine temporäre Baustellenampel aufgebaut – obwohl nur wenige Meter weiter eine fest installierte, erst kürzlich modernisierte Ampelanlage steht. Doch statt diese weiter zu betreiben, wurde sie kurzerhand abgeschaltet.
Viele Anwohner fragen sich zu Recht: Warum dieser Aufwand? Warum diese Parallelstruktur? Die Antwort des Senats zeigt ein bekanntes Problem im Hamburger Straßenverkehr – und eine Entscheidung, bei der letztlich die Sicherheitslage den Ausschlag gab.
Hintergrund: Radfahrer nutzen die Umleitung nicht – Gefahr steigt
Laut Polizei und Verkehrsdirektion 52 bestand ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Die eingerichtete Umleitungsstrecke für Radfahrende wurde kaum angenommen. Stattdessen fuhren viele – trotz starker Verkehrsbelastung – direkt auf der Bramfelder Chaussee weiter. Regelmäßige polizeiliche Kontrollen änderten daran nichts. Das gefährliche Verhalten blieb bestehen, die Unfallgefahr wuchs. Die Behörden mussten reagieren.
Die Konsequenz: Eine neue Ampel – und die alte muss dafür weichen
Um Fußgänger und Radfahrende sicher über die Straße zu bringen, wurde eine eigene Baustellenampel angeordnet. Diese steht jedoch so nah an der bestehenden Ampel, dass beide Anlagen nicht gleichzeitig sinnvoll betrieben werden können. Die Signale würden sich gegenseitig beeinflussen und zu Verkehrschaos führen. Deshalb wurde die fest installierte Ampel vorübergehend abgeschaltet – trotz ihrer erst kürzlich erfolgten Erneuerung.

