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Bücherhallen in Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne: Gut genutzt – aber ohne Ausbauperspektive

Die Bücherhallen in Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne sind ein zentraler Bestandteil der Bildungs- und Kulturinfrastruktur im Bezirk Wandsbek. Die aktuellen Zahlen des Senats zeigen: Die Angebote werden stark nachgefragt – gleichzeitig fehlen jedoch Perspektiven für einen weiteren Ausbau.

Stabile Nutzung und steigende Besucherzahlen

Die Besucherzahlen in den Bücherhallen entwickeln sich insgesamt positiv. Nach Angaben des Senats steigen die Besuche „nahezu überall“ im Bezirk wieder an.

Für die drei Stadtteile ergibt sich folgendes Bild:

  • Bramfeld: rund 79.000 Besucher im Jahr 2025
  • Farmsen: rund 97.000 Besucher im Jahr 2025
  • Steilshoop: rund 44.800 Besucher im Jahr 2025

Auffällig: Gerade kleinere Standorte wie Steilshoop profitieren stark von erweiterten Öffnungszeiten ohne Personal („FlexiBib“). Dort wird bis zu ein Drittel der Besuche in diesen Zeiten generiert.

Solide Ausstattung – aber große Unterschiede

Auch beim Medienbestand zeigen sich Unterschiede zwischen den Standorten:

  • Bramfeld: rund 23.900 Medien
  • Farmsen: rund 29.700 Medien
  • Steilshoop: rund 12.800 Medien

Während Farmsen und Bramfeld solide ausgestattet sind, ist das Angebot in Steilshoop deutlich kleiner – trotz hoher Nachfrage und wachsender Bevölkerung im Umfeld.

Millionen Ausleihen pro Jahr

Die Nutzung der Bücherhallen zeigt sich besonders bei den Ausleihen:

  • Bramfeld: rund 168.800 Ausleihen (2025)
  • Farmsen: rund 246.800 Ausleihen (2025)
  • Steilshoop: rund 63.200 Ausleihen (2025)

Bezirkweit wurden zuletzt rund 1,77 Millionen Ausleihen pro Jahr registriert – ein klares Zeichen für die hohe Bedeutung der Einrichtungen.

Investitionen erfolgt – weitere Maßnahmen geplant

In den vergangenen Jahren wurde in mehrere Standorte investiert:

  • Bramfeld: umfassende Innenraumsanierung mit Aufzug (Barrierefreiheit) und neue Ausstattung
  • Farmsen & Steilshoop: Einführung von FlexiBib und Modernisierungen

Für Bramfeld ist zudem eine weitere Sanierung des Innenraums im Jahr 2026 vorgesehen.

Klare Aussage des Senats: Kein Ausbau geplant

Trotz wachsender Bevölkerung und steigender Nutzung ist die strategische Linie des Senats eindeutig:

  • Wandsbek verfügt bereits über die höchste Anzahl an Bücherhallen in Hamburg
  • Weitere Standorte sind nicht geplant
  • Schließungen oder Umzüge sind ebenfalls nicht vorgesehen

Die Zahlen zeigen ein klares Bild: Die Bücherhallen in Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne werden intensiv genutzt und sind für viele Menschen unverzichtbar.

Gleichzeitig bleibt die Entwicklung stehen. Trotz wachsender Stadtteile, steigender Einwohnerzahlen und hoher Nachfrage plant der Senat keinen weiteren Ausbau.

Gerade in Stadtteilen wie Steilshoop mit vergleichsweise kleiner Ausstattung stellt sich daher die Frage, ob das Angebot langfristig noch ausreicht – oder ob hier nicht doch nachgesteuert werden muss.

Quelle: Auskunftsersuchen (BV Drs.22-3243.1)