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Campus Steilshoop: 39 ausgebrannte Müllcontainer – Brandstiftungen über Jahre, Sicherung erst 2026

Viele haben mich gefragt, wie gravierend die Brandserie am Campus Steilshoop tatsächlich ist und warum so lange nichts passiert ist.

39 Müllcontainer in zwei Jahren durch Brände zerstört

Nach Angaben von SBH | Schulbau Hamburg wurden am Campus Steilshoop

  • 24 Müllcontainer im Jahr 2024
  • 15 Müllcontainer im Jahr 2025

durch Brände beschädigt und jeweils zur Anzeige gebracht. Insgesamt wurden damit 39 Müllcontainer innerhalb von zwei Jahren zerstört. Nach Einschätzung der zuständigen Stellen handelt es sich aufgrund der Schadensbilder mit hoher Wahrscheinlichkeit um Brandstiftung. Täter konnten bislang jedoch nicht ermittelt werden

Bekannte Gefahr – aber fehlende Sicherung

Besonders brisant: Die Müllcontainer waren ursprünglich eingehaust. Diese Einhausung wurde jedoch bereits beim ersten Brand vollständig zerstört. Trotz der danach bekannten Gefahrenlage wurden die Container über einen langen Zeitraum nicht neu gesichert, eingezäunt oder baulich geschützt.

Eine Verlagerung der Containerstandorte schließt der Senat aus. Erst jetzt – nach Dutzenden Bränden – kündigt er an, noch im 1. Quartal 2026 Betoncontainer aufzustellen und diese einzuzäunen.

Keine belastbare Auswertung durch Polizei und Feuerwehr

Auffällig ist zudem die mangelnde Transparenz bei der Auswertung der Vorfälle. Die Polizei verweist darauf, dass Straftaten erst nach Abschluss der Ermittlungen in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst werden. Eine Auswertung nach Ortsteilen sei systembedingt nicht möglich. Eine manuelle Auswertung aller relevanten Ermittlungsakten beim LKA 45 würde über tausend Vorgänge betreffen und sei in der verfügbaren Zeit nicht leistbar.

Auch die Feuerwehr kann keine belastbaren Aussagen liefern: Für das Jahr 2025 ist dort lediglich ein Kleinfeuer-Einsatz für den Campus Steilshoop registriert. Aussagen zur Brandursache seien auf Grundlage der vorhandenen Daten nicht möglich, da das Einsatzleitsystem nicht für statistische Auswertungen geeignet sei.

Die Antworten des Senats machen deutlich: Am Campus Steilshoop kam es über Jahre zu einer massiven Serie von Brandstiftungen, die erhebliche Sachschäden verursachten und eine konkrete Gefahr für Menschen und Gebäude darstellten. Dennoch erfolgten wirksame bauliche Sicherungen erst mit erheblicher Verzögerung. Gleichzeitig bleiben Auswertung, Täterermittlung und Transparenz lückenhaft.

Frage an die Menschen vor Ort: Wie lange sollen solche Zustände noch hingenommen werden – und warum braucht es erst Dutzende Brände, bis gehandelt wird?

Quelle: Drucksache 23/2524