Hitzewellen werden häufiger und intensiver – damit wächst auch die Bedeutung einer verlässlichen Versorgung mit kostenfreiem Trinkwasser im öffentlichen Raum. Mit einem Antrag in der Hamburgischen Bürgerschaft fordert die CDU-Fraktion deshalb einen deutlichen Ausbau öffentlicher Trinkbrunnen sowie die Wiedererrichtung des im Jahr 2020 entfernten Trinkwasserbrunnens am Alten Wall.
Auslöser ist die Antwort des Senats auf eine CDU-Anfrage. Demnach gibt es in Hamburg derzeit lediglich 55 öffentliche Trinkwasserangebote – davon zehn Trinkbrunnen von Hamburg Wasser und 45 Trinkwasserspender an öffentlichen Toiletten. Konkrete Pläne für einen flächendeckenden Ausbau bestehen bislang nicht. Neue Trinkwasserspender entstehen überwiegend nur dann, wenn öffentliche Toiletten neu gebaut oder grundlegend saniert werden.
Nach Auffassung der CDU wird Hamburg damit den Anforderungen einer Stadt, die sich auf die Folgen des Klimawandels einstellen muss, nicht gerecht. Gerade ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich vorbelastete Personen seien während Hitzeperioden auf einen einfachen Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser angewiesen. Öffentliche Trinkbrunnen seien deshalb längst nicht mehr nur ein Serviceangebot, sondern ein wichtiger Baustein des Gesundheits- und Hitzeschutzes.
Besonders kritisch bewertet die CDU den Wegfall des Trinkwasserbrunnens am Alten Wall. Im Zuge der Neugestaltung des Quartiers wurde der Brunnen entfernt, ein Ersatz ist bis heute nicht geschaffen worden. Aus Sicht der CDU ist es nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet an einem stark frequentierten Standort in der Innenstadt ein kostenloses Trinkwasserangebot ersatzlos entfallen ist.
Der Blick auf andere europäische Städte zeigt nach Auffassung der CDU, dass deutlich mehr möglich ist. Während Hamburg derzeit lediglich 55 öffentliche Trinkwasserangebote vorhält, verfügt Wien inzwischen über rund 1.800 öffentliche Trinkbrunnen und baut dieses Netz kontinuierlich aus. Für die CDU ist das ein Beispiel dafür, wie Hitzeschutz und öffentliche Daseinsvorsorge konsequent zusammengedacht werden können.
Mit ihrem Antrag fordert die CDU daher ein stadtweites Ausbaukonzept mit konkreten Standorten, Zeitplänen und Investitionen. Trinkbrunnen sollen künftig nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Außenbezirken entstehen – insbesondere an Stadtteilzentren, ÖPNV-Knotenpunkten, Parks, Spielplätzen, Sportanlagen und Schulen. Ziel ist eine flächendeckende Versorgung, damit der Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser künftig nicht vom Wohnort abhängt.

