Ein sehbehinderter Bürger aus Farmsen-Berne hat mit seiner Frage bei mir dazu beigetragen, dass eine wichtige Verbesserung für die Barrierefreiheit im Stadtteil umgesetzt werden soll. Ich habe mich für ihn und weitere seheingeschränkte Bürger der Umgebung eingesetzt. Ergebnis: Die Lichtsignalanlage in der Nähe der U-Bahn Farmsen am Berner Heerweg/Eggersweide (bei der Einfahrt zur Karstenskoppel) wird nach Angaben des Senats im Jahr 2027 mit einer Blinden- und Sehbehindertensignalisierung ausgestattet. Dies geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (Drs. 23-4231) von mir und meinem CDU-Bürgerschaftskollegen Philipp Heißner hervor.
Alltag nur mit Umwegen möglich
Der Betroffene wohnt in unmittelbarer Nähe der Kreuzung und schilderte mir bei einem persönlichen Treffen die Schwierigkeiten, die ihm die fehlende Ausstattung der Ampel bereitet. Um eine Bushaltestelle sicher zu erreichen, musste er bislang einen erheblichen Umweg in Kauf nehmen. Statt die nahegelegene Ampel am Berner Heerweg/Eggersweide nutzen zu können, war er gezwungen, zunächst zu einer weiter entfernten, für Blinde ausgestatteten Ampel zu laufen, dort die Straße zu überqueren und anschließend auf der anderen Straßenseite wieder zurückzugehen.
Besonders bemerkenswert: Die vorhandene Ampel am Berner Heerweg/Eggersweide hatte der sehbehinderte Mann bislang nicht einmal als Querungsmöglichkeit wahrgenommen, da sie über keine akustischen oder taktilen Hilfen verfügt. Für blinde und stark sehbehinderte Menschen ist eine solche Ampel ohne Hilfe von Anderen nicht nutzbar.
Nach eigenen Angaben kennt der Bürger zudem mehrere weitere sehbehinderte Menschen in seinem Wohnumfeld, die von einer Nachrüstung ebenfalls profitieren würden. Es handelt sich daher nicht um einen Einzelfall, sondern um eine Verbesserung, die vielen Menschen mehr Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag ermöglichen kann.
Vor-Ort-Termin und parlamentarische Initiative
Nachdem sich der Bürger an mich gewendet hatte, besuchte ihn vor Ort, um mir die Situation persönlich schildern zu lassen. Dabei wurde deutlich, welche Auswirkungen die fehlende Barrierefreiheit auf die tägliche Mobilität und die selbstständige Lebensführung hat.
Im Anschluss wandte ich mich mehrfach an die zuständige Behörde für Verkehr und Mobilitätswende und fragte nach möglichen Lösungen. Zusätzlich brachte die CDU-Fraktion das Thema mit parlamentarischen Anfragen in die Hamburgische Bürgerschaft ein, um eine konkrete Perspektive für die Nachrüstung zu erhalten.
Verwaltung reagiert auf das Anliegen
Die nun vorliegende Antwort des Senats zeigt, dass das Anliegen nach meiner Initiative aufgegriffen wurde, vorher war der Verwaltung das Problem nicht bekannt. Demnach wurde die Lichtsignalanlage Berner Heerweg/Eggersweide am 27. April 2026 in die Liste der gewünschten Nachrüstungen für Blinden- und Sehbehindertensignalisierung aufgenommen.
Der Senat teilt weiter mit, dass die Anlage aufgrund ihres Alters in das Grundinstandsetzungsprogramm für 2027 aufgenommen wurde. Im Zuge dieser Maßnahme soll die Kreuzung mit akustischen und taktilen Signalen ausgestattet werden. Darüber hinaus sollen die erforderlichen taktilen Leitelemente im Gehwegbereich hergestellt werden, damit die Querung vollständig barrierefrei nutzbar wird.
Besonders positiv ist, dass die zuständige Verwaltung das Anliegen nicht einfach auf unbestimmte Zeit vertagt hat, sondern bereits eine konkrete Umsetzungsperspektive benennen konnte. Das ist ein wichtiges Signal für die Betroffenen.
Gemeinsam Barrieren abbauen
Der Fall zeigt, wie wichtig Hinweise aus der Bevölkerung sind. Oft werden Barrieren erst dann öffentlich sichtbar, wenn Betroffene ihre Erfahrungen schildern. Ebenso zeigt sich, dass Politik und Verwaltung gemeinsam Lösungen finden können, wenn konkrete Probleme angesprochen werden.
Barrierefreiheit ist keine Frage des Komforts, sondern eine Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben. Ich freue mich, dass die Verwaltung das Anliegen aufgegriffen hat und die Nachrüstung nun erfolgen soll. Mein Dank gilt insbesondere dem sehbehinderten Bürger, der auf das Problem aufmerksam gemacht hat. Sein Engagement wird künftig vielen Menschen zugutekommen.
Was ist geplant?
- Nachrüstung der Lichtsignalanlage Berner Heerweg/Eggersweide in 2027
- Akustische Signale für blinde und sehbehinderte Menschen
- Taktile Signale und Leitelemente zur besseren Orientierung
- Umsetzung im Rahmen der Grundinstandsetzung der Anlage und
Der Fall macht deutlich: Wer Missstände anspricht, kann etwas bewegen. Ich freue mich immer über die Kontaktaufnahme von Bürgerinnen und Bürgern. Umso besser, wenn sie konkrete Probleme benennen, statt nur im privaten Kreis darüber zu reden. Politiker, wie auch die Verwaltung, können nicht alles von selbst mitbekommen und sind auf Hinweise angewiesen.



