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Denkmalschutz auf dem Papier: Pförtnerhaus im Gutspark Berne verfällt weiter – und der Senat schaut zu

Das denkmalgeschützte Pförtnerhaus im Gutspark Berne ist ein Stück Hamburger Geschichte. Doch wer heute davorsteht, sieht vor allem eines: Verfall. Risse im Mauerwerk, Feuchtigkeitsschäden, bröckelnde Substanz – der Zustand hat sich nach Angaben des Senats selbst „erkennbar verschlechtert“. Und dennoch passiert: nichts Verbindliches.

Bereits im Dezember 2022 wurde eine Erhaltungsanordnung erlassen. Sie sollte den Eigentümer verpflichten, das Gebäude zu sichern und schrittweise zu sanieren. Mehr als drei Jahre später zeigt sich jedoch, dass diese Maßnahme faktisch wirkungslos geblieben ist. Das Gebäude verfällt weiter – sichtbar, fortschreitend und für alle erkennbar.

Die Antwort des Senats ist dabei ebenso ernüchternd wie bezeichnend: Man befinde sich „im Austausch“ mit der Eigentümerschaft. Diese unternehme Schritte, die „auf eine Instandsetzung hinwirken“. Konkrete Maßnahmen, verbindliche Zeitpläne oder nachvollziehbare Fortschritte? Fehlanzeige.

Noch gravierender: Trotz des anhaltenden Verfalls sieht der Senat keinen Anlass, schärfere rechtliche Instrumente einzusetzen. Eine klare gesetzliche Möglichkeit liegt mit § 7 Absatz 6 Denkmalschutzgesetz auf dem Tisch. Damit könnte der Eigentümer zur unverzüglichen und vollständigen Instandsetzung verpflichtet werden – notfalls auch im Wege der Ersatzvornahme. Doch genau darauf verzichtet der Senat bewusst.

Die Begründung wirkt dabei wie ein Hohn: Eine solche Maßnahme sei „redundant“, da die Eigentümerschaft bereits tätig sei. Die Realität vor Ort erzählt eine andere Geschichte. Wenn sich ein Denkmal trotz angeblicher Maßnahmen weiter sichtbar verschlechtert, dann ist nicht zusätzliche Durchsetzung „überflüssig“ – sondern längst überfällig.

So entsteht der Eindruck, dass der Denkmalschutz zwar rechtlich existiert, politisch aber nicht konsequent angewendet wird. Statt klarer Vorgaben und Durchsetzung setzt der Senat auf Gespräche ohne erkennbare Wirkung. Für ein denkmalgeschütztes Gebäude ist das ein riskanter Kurs.

Denn Denkmäler lassen sich nicht beliebig lange „im Austausch“ erhalten. Wer zu spät handelt, riskiert den schleichenden Verlust. Und genau dieser Eindruck drängt sich im Gutspark Berne immer stärker auf.

 

 

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