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Deponie Neusurenland in Farmsen: Senat verweist auf Untersuchungen – Metallreste als Hinweis auf frühere Fässer gefunden

Die ehemalige Deponiefläche Neusurenland in Farmsen beschäftigt Politik und Verwaltung seit vielen Jahren. Immer wieder geht es um die Frage, wie die Fläche künftig genutzt werden kann und welche Altlasten sich noch im Boden befinden. Neue Hinweise von Zeitzeugen waren nun Anlass, beim Senat erneut nachzufragen.

Zeitzeugen hatten berichtet, dass auf der früheren Deponie nicht nur gewöhnliche Abfälle abgelagert worden seien. Nach ihren Schilderungen sollen dort unter anderem Altöl, Batteriesäure, Farben und andere chemische Stoffe teilweise in 200-Liter-Fässern entsorgt worden sein. Vor diesem Hintergrund wurde der Senat gefragt, welche Erkenntnisse über solche Ablagerungen vorliegen und ob die bisherigen Untersuchungen geeignet waren, entsprechende Stoffe zu erfassen.

Senat verweist auf umfangreiche Untersuchungen

Der Senat verweist in seiner Antwort auf die bereits veröffentlichten Untersuchungen zur Altablagerung Neusurenland. Insbesondere nennt er die Untersuchung „AAB Neusurenland – Erkundung und technische Machbarkeitsstudie zur Sanierung“. Nach Angaben des Senats beträgt die maximale Mächtigkeit der Altablagerung 13 Meter. Die Erkenntnisse über die eingebrachten Abfälle seien in der Machbarkeitsstudie dokumentiert.

Die umfangreichen Unterlagen zur Deponie hat die Umweltbehörde öffentlich zugänglich gemacht. Sie können hier eingesehen werden:

Unterlagen der BUKEA zur Altablagerung Neusurenland

Nach den vorliegenden Untersuchungsunterlagen wurden auf der Fläche unter anderem Bohrungen und Baggerschürfe durchgeführt. Außerdem wurden Bodenluftmessstellen eingerichtet und das Deponat unter anderem auf Schadstoffe wie PAK und Mineralölkohlenwasserstoffe untersucht.

Untersuchungen nach Angaben des Senats bis zur Basis der Deponie

Auch die Angaben von Zeitzeugen, wonach Abfälle möglicherweise bis in etwa 30 Meter Tiefe eingebracht worden sein sollen, wurden thematisiert. Hierzu erklärt der Senat, dass die Erkundung bis zur Basis der Deponie erfolgt sei. Diese liege maximal etwa 13 Meter tief. Deshalb sei keine Untersuchung bis in 30 Meter Tiefe vorgenommen worden.

In der Bodenluft werden nach Angaben des Senats Methan, Kohlendioxid, Sauerstoff, flüchtige organische Verbindungen und Schwefelwasserstoff überwacht. Im Grundwasser würden regelmäßig Chlorbenzole, leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe und BTEX untersucht.

Tatsächlich Hinweise auf frühere Fässer gefunden

Bemerkenswert ist eine weitere Angabe des Senats: Bei den Untersuchungen wurden Metallreste angetroffen. Diese seien in der Machbarkeitsstudie als Hinweis auf ehemals abgelagerte Gebinde wie beispielsweise Fässer gedeutet worden.

Nach Angaben des Senats wurden diese Erkenntnisse bereits bei der Gefährdungsabschätzung berücksichtigt. Die zuständigen Stellen kommen zu der Bewertung, dass bei der gegenwärtigen Nutzung der Fläche keine Gefährdung von der Altablagerung ausgehe. Weitere Untersuchungen seien deshalb derzeit nicht vorgesehen.

Auch die Untersuchungsprotokolle zeigen, dass der Deponiekörper sehr unterschiedlich zusammengesetzt ist. Dokumentiert wurden unter anderem Bauschutt, Schlacke, Hausmüll, Glas und Holz. Bei verschiedenen Proben wurde zudem Kohlenwasserstoffgeruch beziehungsweise ein entsprechender Eigengeruch vermerkt.

Grundwasserschaden seit Jahren bekannt

Bereits frühere Senatsantworten zeigen zudem, dass unterhalb beziehungsweise im Umfeld der ehemaligen Deponie ein Grundwasserschaden bekannt ist. In Teilen der Grundwasserfahne wurden bei Untersuchungen teilweise deutliche Überschreitungen der sogenannten Geringfügigkeitsschwellenwerte festgestellt.

Für Messungen aus dem Jahr 2019 wurden unter anderem erhöhte Konzentrationen bei Chlorbenzolen, PAK, Arsen, Vinylchlorid und Benzol angegeben. Der Senat erklärte damals allerdings zugleich, dass das Ausmaß der Verunreinigung keine Sanierungsmaßnahmen erfordere.

Die Fläche des Grundwasserschadens wurde seinerzeit mit rund 58.000 Quadratmetern angegeben. Nach damaliger Einschätzung des Senats hatte sich diese Fläche nicht vergrößert.

Weitere Untersuchungen derzeit nicht vorgesehen

Damit ergibt sich aus den aktuellen Angaben des Senats folgendes Bild: Die Deponie wurde bis zu ihrer Basis untersucht, die maximale Mächtigkeit wird mit 13 Metern angegeben. Es wurden tatsächlich Metallreste gefunden, die als Hinweise auf frühere Fässer beziehungsweise andere Gebinde interpretiert wurden. Zudem sind verschiedene Schadstoffbelastungen im Boden und Grundwasser seit Langem bekannt.

Die zuständigen Behörden vertreten dennoch die Auffassung, dass von der Altablagerung bei der derzeitigen Nutzung keine Gefährdung ausgehe. Aus diesem Grund sind nach Angaben des Senats aktuell keine weiteren vertiefenden Untersuchungen vorgesehen.

Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Sandro Kappe (CDU), Drs. 23/5125, sowie veröffentlichte Untersuchungsunterlagen der Freien und Hansestadt Hamburg zur Altablagerung Neusurenland.

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