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Diskussionsrunde zum Ärztenotstand in Steilshoop mit dem Hamburger CDU-Chef Dennis Thering: Wir sind vor Ort, hören zu und machen Druck auf den Senat!

Am 15.09.2025 waren die politischen Schwergewichte Dennis Thering und Christin Christ und ich im Eiscafé auf dem Campus Steilshoop zu einer Veranstaltung der CDU-Bürgerschaftsfraktion, um mit den Steilshoopern ins Gespräch zu kommen. Thema: Für eine gute ärztliche Versorgung in Steilshoop! Ich freue mich, dass unser Landes- und Fraktionschef der CDU und unsere gesundheitspolitische Sprecherin sich sofort bereiterklärt haben, nach Steilshoop zu kommen. Auch zwei Mitglieder der CDU-Bezirksfraktion brachten sich ein: Yildiz Uyur und Jens Wagner.

Dennis Thering, Christin Christ und ich machten deutlich, dass wir uns weiterhin starkmachen für:

  1. Den Erhalt der vorhandenen Praxen.
  2. Eine Übergangslösung für die Miamedes-Ärzte und die Apotheke. Diese müssen, so ist es derzeit geplant, mehrfach umziehen, wenn das Ärztehaus saniert und in eine Wohnimmobilie umgewandelt wird. Das ist nicht möglich – es braucht für die gesamte Bauzeit von Ärztehaus und Einkaufszentrum (dort sollen die Praxen letztlich umverlagert werden) eine Übergangslösung. Die CDU schlägt davor modulare Container vor (ähnlich wie bei Geflüchteteneinrichtungen). Unser Antrag (Drs. 23/1246) am Mittwoch in der Bürgerschaft wurde von Rot-Grün abgelehnt, doch dem Senat wird nur diese Lösung bleiben. Der Druck, das Aufmerksammachen auf dieses Thema muss hoch bleiben.
  3. Das Helfen bei einer eventuellen Übernahme des Miamedes-MVZ. Es ist wichtig, dass dieses MVZ nicht vom einen auf den anderen Tag schließt, falls das Unternehmen die Praxis nicht mehr halten kann. In anderen Fällen ist genau dies geschehen. Wir müssen dafür sorgen, dass, bevor so etwas geschehen sollte, das MVZ den Besitzer wechselt. Wir haben bereits Interessenten an Miamedes vermittelt.
  4. Mehr Ärzte für Steilshoop und andere unterversorgte Stadtteile durch eine Änderung der Definition der Versorgungsgebiete. Hamburg als Gesamtes ist sogar überversorgt mit Ärzten (allerdings pendeln auch nicht-hamburger Patienten in die Stadt). Doch wenn sich diese auf besser situierte Stadtteile konzentrieren, ist den Steilshoopern damit aufgrund langer Wege nicht geholfen. Gerade Hausärzte sollten im unmittelbaren Wohngebiet vorhanden sein statt eine Stunde mit Bus und Bahn entfernt. Essenziell für Kinder, Ältere, Mobilitätseingeschränkte und Berufstätige mit Kindern.
  5. Anreize für das Ansiedeln von Ärzten in unterversorgten Stadtteilen: Es braucht finanzielle Unterstützung für Praxen für die Ansiedelung bspw. in Steilshoop. Die Nachteile (weniger Verdienst durch weniger verkaufte IGEL-Leistungen, weniger Privatpatienten und unbezahlten Mehraufwand durch Probleme mit der dt. Sprache und teils kulturellen Prägungen usw.) können durch finanzielle Anreize zumindest teilweise aufgewogen werden. Und es gibt Ärzte, die gerne auch in Steilshoop praktizieren wollen – sie brauchen aber die Möglichkeit dazu.

Wir haben viel von unseren Gästen erfahren: Von den direkt betroffenen Bürgern des Stadtteils und auch von einer Ärztin und einem Arzt: Redebeiträge erbrachten nämlich auch Herr Dr. Ahrary aus der Praxis am Fritz-Flinte-Ring, Frau Dr. Bredemeier (Praxis Fabriciusstraße, Bramfeld) und Herr Dr. Schürmann (Leiter MVZ Nord, Bramfeld und Poppenbüttel). Sie berichteten u.a. von übervollen Praxen, nicht zu bekommenen Facharztterminen (auch nicht mit Vermittlungscode), unzureichenden Vergütungen für ihre Leistungen wie auch dem Mangel an potenziellen Standorten, an denen man überhaupt eine Praxis eröffnen könnte. Herr Schürmann berichtete auch von einer Mietsteigerung im letzten Jahr von 20.000 EUR pro Jahr – Kosten, die nicht von mehr Verdienst aufgefangen werden können.

Zu Wort kam auch die Apothekerin Frau Metzner von der Askanier-Apotheke. U. a. sagte sie, dass sie teilweise schon gar nicht mehr wüsste, an welche Praxen sie nachfragende Patienten denn noch verweisen könne. Aufnahmestopps, Ärztemangel in der Gegend und verkürzte Öffnungszeiten ziehen Folgen nach sich. Steilshooper fühlen sich im Stich gelassen – was bei einigen auch die Ursache für eine erhöhte Aggressivität darstellen könnte.

So wurden von mir und den Anwohnern auch andere Probleme des Stadtteils angesprochen, z. B. dass folgende Fälle auftreten: Kinder werden ohne Frühstück in die Schule geschickt, die Eltern stehen nicht mit auf. Kinder kommen ohne Schuhe in die Schule. Zudem vermüllt der Stadtteil, es gibt hier vermehrt Brände, mutmaßlich auch durch Brandstiftung, es werden monatelang täglich Böller in den gut schallenden Wohnringen gezündet. Ein Anwohner zieht aus diesem Grund sogar weg. Er kann es nicht verstehen, dass Steilshoop keine eigene Polizeiwache hat und warum es keinen bezirklichen Ordnungsdienst gibt.

Ich danke allen Beteiligten und Gästen des Abends. Die CDU-Fraktion wird beim Thema weiterhin Druck auf den Senat ausüben und öffentlich Vorschläge machen. Ich werde weiterhin den Senat Fragen stellen und Sie informieren. Als Bürger sollten Sie transparent erfahren, was Ihre gewählten Politiker vorhaben und in die Tat umsetzen.

Nicht im Thema? Das ist die Steilshooper Problemstellung

Die ärztliche Versorgung im Stadtteil Steilshoop ist derzeit katastrophal. Nur vier Hausärzte, die am Anschlag arbeiten, treffen auf 20.000 Einwohner. Die wirtschaftliche Situation des MVZ Miamedes sowie die unklaren Zukunftsaussichten der Ärzte im Ärztehaus an der Gründgensstraße/Cesar-Klein-Ring geben viel Anlass zu weiterer Sorge. Wenn die Öffnungszeiten verkürzt bleiben und sogar weitere Ärzte wegfallen würden, ist das auch für die Wirtschaftlichkeit der einzig verbliebenden Apotheke nachträglich.

Melden Sie sich gerne bei mir, wenn Sie Fragen und Anregungen zum gesundheitlichen Notstand in Steilshoop haben.