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Ehemalige Deponie Neusurenland (Farmsen): Senat prüft BMX-Erweiterung, Sportflächen, Aufforstung und Energieprojekte – doch trotz jahrelanger Prüfungen fehlt weiter ein klarer Fahrplan

Die ehemalige Deponiefläche Neusurenland beschäftigt Politik und Anwohner bereits seit vielen Jahren. Seit Ende 2024 läuft offiziell ein weiterer Prüf- und Entwicklungsprozess, nachdem zuvor Bohrungen und Machbarkeitsstudien durchgeführt wurden. Öffentlich diskutiert wurden dabei ganz unterschiedliche Nutzungen – von einer Aufforstung über Sportflächen bis hin zu Photovoltaik- oder Energieprojekten. Doch trotz zahlreicher Untersuchungen und Abstimmungen bleibt weiterhin unklar, wohin die Reise tatsächlich gehen soll.

Das zentrale Problem: Die Fläche ist stark belastet. Es handelt sich um eine ehemalige Deponie mit Ausgasungen in die Luft sowie Auswaschungen ins Grundwasser. Laut Senat kommen deshalb nur „wenig sensible Nutzungen“ infrage. Eine Wohnbebauung auf der eigentlichen Deponiefläche gilt inzwischen faktisch als ausgeschlossen. Der Senat erklärt, dass hierfür eine vollständige Auskofferung der belasteten Fläche notwendig wäre – mit geschätzten Kosten von rund 190 Millionen Euro sowie jahrelangem LKW-Verkehr durch die angrenzenden Wohngebiete.

Gleichzeitig gibt es weiterhin erhebliche offene Fragen. So ist beispielsweise unklar, welche der ursprünglich diskutierten Nutzungsoptionen überhaupt noch verfolgt werden. Auch der konkrete Zeitplan bleibt diffus. Zwar heißt es inzwischen, dass „konkretisierte Ideen“ im Laufe des Sommers vorgestellt werden sollen, doch belastbare Informationen zu Ablauf, Entscheidungskriterien oder Bürgerbeteiligung fehlen bislang weiterhin.

Der Senat teilte zuletzt mit, dass seit 2025 ein interdisziplinäres Team aus Behörden, externen Planungsbüros und Altlastengutachtern an Entwicklungsideen arbeite. Dabei werden unter anderem folgende Optionen geprüft:

  • Erweiterung der bestehenden BMX-Anlage,
  • weitere Sport- und Bewegungsflächen,
  • Teilaufforstung,
  • Energieprojekte wie große Luft-Wasser-Wärmepumpen,
  • temporäre Lagerflächen für den Wärmenetzausbau.
  • Quelle: https://sitzungsdienst-wandsbek.hamburg.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1024994

Auch eine Nutzung für Naherholung wurde untersucht. Allerdings sieht die Umweltbehörde derzeit keinen besonderen Bedarf für zusätzliche Grünflächen an diesem Standort. Gleichzeitig warnen Fachbehörden vor den Risiken einer vollständigen Waldentwicklung auf der belasteten Fläche. Die natürliche Dynamik eines Waldes sei dort nur schwer kalkulierbar.

Ein weiteres sensibles Thema ist der Umgang mit Schadstoffen und Sickerwasser. Laut Senat werden im unmittelbaren Abstrombereich jährlich Grundwasseruntersuchungen durchgeführt. Dabei wurden unter anderem Belastungen mit Benzol, Vinylchlorid, Chlorbenzol und Arsen festgestellt. Gleichzeitig verweist die Umweltbehörde darauf, dass das Strandbad Farmsen nach bisherigen Untersuchungen nicht durch die Deponie beeinflusst werde.

Besonders kritisch bleibt jedoch die Kommunikation des gesamten Verfahrens. Bereits 2024 wurde ein weiterführender Entwicklungsprozess angekündigt. Dennoch gibt es bis heute weder einen klaren Fahrplan noch transparente Zwischenstände für Politik und Öffentlichkeit. Auch die Frage, wann und in welcher Form Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden sollen, bleibt weitgehend unbeantwortet.

Gerade deshalb wächst zunehmend die Kritik, dass trotz jahrelanger Prüfungen weiterhin kaum greifbare Ergebnisse vorliegen. Die Fläche liegt seit Jahren faktisch brach, während Politik und Öffentlichkeit nur scheibchenweise Informationen erhalten. Dabei handelt es sich um eine der größten Entwicklungsflächen im Bereich Farmsen-Berne mit erheblicher Bedeutung für Sport, Energieversorgung und Stadtentwicklung.

Der Senat muss nun endlich Klarheit schaffen: Welche Nutzungen sind tatsächlich realistisch? Welche Varianten wurden bereits verworfen? Wann endet der laufende Prüfprozess? Und vor allem: Wann werden Anwohner und lokale Politik verbindlich eingebunden?

Ohne konkrete Antworten droht das Projekt Neusurenland weiter Zeit – und Vertrauen – zu verlieren.

Quelle: Drucksache 22/3416 sowie Mitteilungen des Senats zum Entwicklungsprozess Neusurenland.

Farmsen: Altablagerung Neusurenland: Viel Prüfung, wenig Klarheit