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Ehemalige Kita „Pusteblume“ in Steilshoop: Entscheidung erst in mehreren Jahren erwartet

Die Zukunft der ehemaligen Kindertagesstätte „Pusteblume“ im Gustav-Seitz-Weg bleibt weiterhin ungewiss. Bereits 2023 wurde die Einrichtung geschlossen. Seitdem wurde wiederholt in Aussicht gestellt, den Standort nach einer Sanierung wieder für eine Kita-Nutzung herzurichten. Doch daraus wird vorerst nichts.

Aus einer aktuellen Senatsantwort geht hervor, dass sich das Gebäude in einem deutlich schlechteren Zustand befindet als ursprünglich angenommen. Insbesondere die Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit und die notwendige Anpassung der Raumstruktur würden umfangreiche und kostspielige Maßnahmen erfordern. Die ursprünglich angedachten Bauarbeiten wurden deshalb gestoppt.

Erhalt oder Abriss? Alles steht wieder auf dem Prüfstand

Derzeit wird geprüft, ob eine Sanierung des Bestandsgebäudes überhaupt noch sinnvoll ist oder ob ein Neubau wirtschaftlicher wäre. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Gebäude für eine zukünftige Kita-Nutzung nach heutiger Einschätzung zu groß dimensioniert ist. Als weiterer Faktor wird der demografische Wandel genannt, der die Nachfrageentwicklung im Bereich der Kinderbetreuung beeinflusst.

Hinzu kommt, dass das Gebäude nicht barrierefrei geplant wurde und damit grundlegende Anforderungen an moderne öffentliche Einrichtungen nicht erfüllt.

Bebauungsplan passt nicht mehr zur Realität

Besonders bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen dem geltenden Planungsrecht und der tatsächlichen Situation vor Ort. Der Bebauungsplan „Steilshoop 5“ weist das Grundstück weiterhin als Gemeinbedarfsfläche mit der Zweckbestimmung „Kindertagesheim“ aus. Eine entsprechende Nutzung ist jedoch aktuell nicht realisierbar.

Deshalb wird inzwischen auch über alternative Nutzungen nachgedacht. Die Sprinkenhof GmbH steht nach Angaben des Senats in engem Austausch mit der Immobilien Service Zentrum GmbH (ISZ), um mögliche öffentliche Nutzer für das Gebäude oder Grundstück zu finden. Voraussetzung bleibt allerdings eine Nutzung im Gemeinwohlinteresse.

Keine schnelle Lösung in Sicht

Für die Menschen in Steilshoop ist die Antwort ernüchternd. Während im Stadtteil vielerorts über fehlende soziale Infrastruktur diskutiert wird, bleibt ein zentral gelegenes Grundstück weiterhin ungenutzt.

Besonders kritisch ist der vom Senat genannte Zeithorizont: Mit einer Neuvermietung oder einer neuen Nutzungsperspektive wird erst in den kommenden drei bis vier Jahren gerechnet. Nur falls sich kurzfristig ein geeigneter öffentlicher Nutzer findet, der bereit ist, das Bestandsgebäude zu sanieren, könnte es schneller gehen.

Eine verbindliche Aussage über die zukünftige Nutzung oder einen konkreten Zeitplan kann der Senat derzeit jedoch nicht treffen.

Stillstand an einem wichtigen Standort

Damit bleibt die ehemalige Kita „Pusteblume“ vorerst ein weiteres Beispiel dafür, wie lange wichtige Infrastrukturprojekte in Hamburg auf Entscheidungen warten müssen. Drei Jahre nach der Schließung gibt es weder ein fertiges Konzept noch eine konkrete Perspektive für die Zukunft des Grundstücks. Für Steilshoop bedeutet das: Ein wichtiger Standort für den Stadtteil bleibt auf absehbare Zeit ungenutzt.

Quelle: Drucksache 23/4110