Am 21.01.2026 haben wir mit großer Bestürzung und tiefem Bedauern vom Tod Gerd Hardenbergs, des langjährigen Redakteurs, Chefredakteurs und Herausgebers der Bramfelder Rundschau, erfahren. Nach einem Krankenhausaufenthalt ist ein Mensch von uns gegangen, der Bramfeld weit über seine journalistische Tätigkeit hinaus geprägt hat – mit Herz, Leidenschaft und einem unerschütterlichen Engagement für die Gemeinschaft. Selbst aus dem Krankenbett heraus plante er noch die nächste Ausgabe der Bramfelder Rundschau.
Leben und beruflicher Werdegang
Gerd Hardenberg absolvierte eine Ausbildung als Industriekaufmann sowie als graphischer Fachkaufmann und studierte anschließend an der Werbefachschule Hannover. Seit 1971 war er selbständiger Unternehmer im Bereich Verlag, Druck und Werbeberatung. Ab dem Jahr 2000 wirkte er zudem als Landesgeschäftsführer des Bundes der Selbständigen sowie des Deutschen Gewerbeverbandes.
Über Jahrzehnte war Gerd Hardenberg das Gesicht und die Stimme der Bramfelder Rundschau. Unter seiner Verantwortung als verantwortlicher Redakteur und Herausgeber entwickelte sich die Zeitung zu einem unverzichtbaren Medium für unseren Stadtteil. Monat für Monat fanden hier lokale Vereine, Initiativen und engagierte Menschen aus Bramfeld Gehör. Die Ausgaben der vergangenen Jahre zeigen eindrucksvoll, dass Gerd nicht nur Texte verantwortete, sondern als Impulsgeber, Netzwerker und verlässlicher Ansprechpartner vor Ort wirkte.
Die Bramfelder Rundschau war über mehr als 25 Jahre hinweg ein fester Bestandteil des Stadtteillebens – mehr als nur eine Zeitung. Sie war Sprachrohr für die Belange der Menschen, ein Ort, an dem lokale Entwicklungen sichtbar wurden, Ideen ein Zuhause fanden und Nachbarschaft gelebt wurde. Gerd gab den Menschen eine Plattform: für ihre Vereine, ihre Sorgen, ihre Erfolge und ihren Alltag. Er hat Bramfeld beschrieben, Bramfeld mitgedacht, mitgeprägt und mitgetragen.
Politisches Engagement
Auch politisch stand Gerd Hardenberg nie abseits. Von 1995 bis 1997 war er für die CDU Mitglied des Ortsausschusses Billstedt, von 1997 bis 2001 Bezirksabgeordneter in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. Von Oktober 2001 bis März 2004 gehörte er für die Partei Rechtsstaatlicher Offensive der Hamburgischen Bürgerschaft an und war dort Mitglied des Kultur-, Wirtschafts- und Europaausschusses. Seit 2004 war er wieder Mitglied der CDU Hamburg und auf Vorschlag der CDU Deputierter der Kulturbehörde.
Dabei ging es ihm nie um Posten oder Funktionen. Ihm ging es stets um die Sache – um Inhalte, um Verantwortung und um die Menschen vor Ort.
Mensch, Netzwerker und Kulturfreund
Doch Gerd Hardenberg war weit mehr als ein Journalist oder Politiker. Er war Mensch. Ein Mensch mit offenem Ohr, echter Neugier und aufrichtiger Zuneigung zu den Menschen, die er begleitete. Er berichtete nicht nur über Vereine wie den Heimatverein, den Bramfelder SV oder zahlreiche Initiativen – er war mit ihnen im Gespräch, präsent, interessiert und zugewandt. Seine Artikel spiegelten nicht nur Fakten wider, sondern das echte Leben im Stadtteil. Viele fühlten sich gesehen und verstanden – weil er zuhörte.
Kultur lag ihm besonders am Herzen. Über viele Jahre engagierte er sich aktiv im Kulturverein Wandsbek und unterstützte kulturelle Initiativen mit großer Leidenschaft. Er war überzeugt davon, dass Kultur Menschen verbindet, Gemeinschaft stiftet und einen Stadtteil lebendig hält. Ob Veranstaltungen, Projekte oder Spendenaktionen – Gerd war da, unterstützte, motivierte und machte sichtbar.
All sein Wirken – journalistisch, kulturell und politisch – entsprang derselben Haltung: ehrliches Interesse an den Menschen, echte Verbundenheit mit dem Stadtteil und Leidenschaft für die Sache. Gerd war kein Mensch der Selbstdarstellung. Er wirkte durch Haltung, Verlässlichkeit und Integrität. Er kämpfte für Themen, für Menschen und für die Gemeinschaft – nicht aus Kalkül, sondern aus Überzeugung.
Persönliche Worte
Ich persönlich kenne Gerd seit 2010 und habe ihn sehr schätzen gelernt. Seine offene Art, sein ehrliches Interesse an den Themen, die uns bewegten, und seine Herzlichkeit bleiben unvergessen. Als unser erstes Kind geboren wurde, wollte Gerd ihn unbedingt kennenlernen und brachte ein kleines Geschenk mit – eine kleine Geste, die viel über ihn als Menschen sagt. Gerd war da. Persönlich. Nah. Menschlich.
Bramfeld, Wandsbek und unsere gesamte lokale Gemeinschaft verlieren mit Gerd Hardenberg nicht nur einen Redakteur, sondern einen Freund, einen Vertrauten und einen Menschen, der für andere da war. Seine Worte, sein Engagement und sein Herz werden fehlen.
Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Frau, seinen Kindern und seiner gesamten Familie, die nun einen so wichtigen Menschen verloren haben. 🕯️
Gerd Hardenberg – du bleibst unvergessen.
Gerd Hardenberg ( 9. September 1941 in Hannover – † 21. Januar 2026)* war ein deutscher Journalist, Verleger und Politiker – und vor allem eine prägende Persönlichkeit für Bramfeld und Wandsbek.

