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Elbtower-Deal: Diente das Naturkundemuseum nur als Vorwand, um Scholz’ „Mahnmal“ endlich fertigzubauen?

Neue NDR-Recherchen werfen schwere Fragen auf – und nun sollen offenbar sogar Bundesmittel aus dem Sondervermögen genutzt werden.

Was sich derzeit rund um den Elbtower abspielt, ist politisch kaum noch nachvollziehbar. Über Jahre versprach der Senat, kein Steuergeld werde in dieses gescheiterte Prestigeprojekt fließen. Olaf Scholz wollte sich einst mit dem Elbtower ein Denkmal setzen – übrig geblieben ist eine Bauruine, die inzwischen als „Kurzer Olaf“ verspottet wird.

Nun belegen NDR-Recherchen Hinweise, dass der Senat das geplante Naturkundemuseum nicht aus Gründen der Wirtschaftlichkeit in den Elbtower verlegen möchte, sondern um den Weiterbau der Ruine überhaupt erst zu ermöglichen.

Günstigere Alternativen offenbar bewusst ignoriert

Der Gebäudekomplex des ehemaligen Gruner-&-Jahr-Verlags am Baumwall erfüllte nachweislich alle Anforderungen: große Flächen, hohe Decken, Labor- und Depotmöglichkeiten, passende Anlieferungsbedingungen und sogar ein positives Signal des Denkmalschutzamts.

Der angebotene Preis lag bei rund 8.000 Euro pro Quadratmeter – deutlich weniger als die 13.000 Euro pro Quadratmeter, die der Senat nun im Elbtower zahlen will. Trotz dieser erheblichen Differenz wurde der Baumwall mit Begründungen aussortiert, die durch die vorliegenden Dokumente nicht überzeugend gedeckt sind.

595 Millionen Euro für zwölf Stockwerke Bauruine

Die Stadt plant, 46.000 Quadratmeter im Elbtower für 595 Millionen Euro zu kaufen. Damit würde fast die Hälfte des Turms durch das Naturkundemuseum belegt – ein Ankauf, der den Weiterbau garantiert und die Investoren massiv entlastet.

Mehrere Experten sprechen offen davon, dass es vor allem darum gehe, das sichtbare Scheitern des Projekts zu kaschieren und das politische Vermächtnis der Scholz-Ära zu stabilisieren.

Verwendung von Bundesmitteln aus Sondervermögen

Besonders brisant ist, dass für diesen Ankauf nun offenbar auch Gelder aus einem Sondervermögen des Bundes herangezogen werden sollen. Diese Mittel sind ursprünglich für infrastrukturelle Zukunftsaufgaben vorgesehen – also Schulen, Brücken, Verkehr, Digitalisierung. Nicht für die nachträgliche Rettung privater Investoren und politischer Prestigeprojekte.

Das Gesamtbild ist eindeutig

  • Ein günstigerer, zentraler und geeigneter Standort war vorhanden.
  • Der Senat schätzte Anforderungen und Kosten widersprüchlich ein.
  • Der Preisunterschied beläuft sich auf mehrere hundert Millionen Euro.
  • Der Nutzen für die Stadt ist fraglich, der Nutzen für die Investoren enorm.

Die Frage drängt sich auf: Soll das Naturkundemuseum wirklich dort entstehen, wo es am wenigsten Sinn ergibt – nur damit ein politisches Mahnmal aus der Scholz-Zeit endlich fertiggebaut wird?