Der Farmsener Turnverein (FTV) betreibt mit großem Engagement das Lehrschwimmbecken am Bramfelder Weg – eine Einrichtung, die für den Schwimmunterricht und den Breitensport im Nordosten Hamburgs von zentraler Bedeutung ist. Hunderte Kinder lernen hier jedes Jahr das Schwimmen, viele Schulen und Vereine nutzen das Becken regelmäßig.
Bislang wurde das Lehrschwimmbecken von der benachbarten Schule Surenland mitbeheizt. Diese Kooperation war nicht nur kosteneffizient, sondern auch klimafreundlich. Doch damit ist bald Schluss: Ab Herbst 2027 wird die Schule an das Fernwärmenetz angeschlossen. Laut Senat kann die gemeinsame Wärmeversorgung künftig technisch und rechtlich nicht fortgeführt werden – obwohl das Modell bislang einwandfrei funktionierte.
Damit steht der FTV vor einer enormen Herausforderung: Der Verein muss seine Wärmeversorgung künftig selbst sicherstellen. Zwar wäre ein Anschluss an die Fernwärme wünschenswert, doch der Anbieter verlangt Verträge mit einer Laufzeit von 25 Jahren – ein Risiko, das ein gemeinnütziger Verein nicht tragen kann. Als einzige kurzfristig umsetzbare Alternative bleibt eine Gasheizung, die jedoch im klaren Widerspruch zu den Hamburger Klimazielen steht.
Senat verweist auf Prüfungen und Förderprogramme
Der Senat verweist in seiner Antwort auf die Kleine Anfrage darauf, dass „noch nicht abschließend geklärt werden konnte, ob angepasste Vertragsbedingungen ermöglicht werden können“. Der Verein habe sich bereits mit dem Hamburger Sportbund (HSB) beraten und prüfe Alternativen wie den Einbau einer Wärmepumpe.
Laut Senat seien Fördermittel aus dem Hamburger Klimaplan – insbesondere dem Programm „Sportklima 2.0“ – sowie aus der Drucksache 22/15954 vorgesehen, um Vereine bei der Umstellung auf erneuerbare Energien zu unterstützen. Auch Bundesförderungen und die Hamburger Heizungsförderung könnten theoretisch in Anspruch genommen werden.
Verantwortung für gemeinnützige Betreiber
Zugleich erkennt der Senat an, dass Lehrschwimmbecken für Kinder und Jugendliche eine „wesentliche Grundlage für Wassergewöhnung und Schwimmenlernen“ darstellen. Der Erhalt dieser Wasserflächen sei zentral für die Schwimmförderung in Hamburg. Dennoch bleibt offen, wie der Senat konkret verhindern will, dass Vereine wie der FTV durch technische Vorgaben und Vertragsbedingungen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten.
Verein kämpft für den Erhalt der Wasserfläche
Während Hamburg sich als Vorreiter der Energiewende präsentiert, droht dem FTV ein finanzielles und technisches Dilemma: Entweder der Verein schließt einen langfristig riskanten Fernwärmevertrag ab – oder er muss auf Gas umsteigen und damit die eigenen Klimaziele unterlaufen.
Es ist ein Unding, dass ein engagierter Verein, der Kindern das Schwimmen ermöglicht, vom Senat im Stich gelassen wird. Während Hamburg öffentlich die Energiewende feiert, müssen sich Ehrenamtliche mit untragbaren Vertragsbedingungen und Bürokratie herumschlagen. Statt Unterstützung gibt es Prüfaufträge – das ist zu wenig. Wer Schwimmförderung und Klimaschutz ernst nimmt, darf Vereine wie den FTV nicht im Regen stehen lassen.

