In der beschaulichen Siedlung Wagnerkoppel 21 im Stadtteil Farmsen-Berne sorgt ein geplantes Bauprojekt der SAGA weiter für Unruhe. Auf einer bislang als Parkplatz genutzten Fläche sollen zwölf neue Reihenhäuser entstehen. Die SAGA schafft hier freifinanzierten Wohnraum mit vergleichsweise niedrigen Mieten – ein grundsätzlich begrüßenswerter Beitrag zum bezahlbaren Wohnen in Hamburg. Doch viele Anwohner sehen vor allem eines: den ersatzlosen Wegfall von 46 Pkw-Stellplätzen.
Viele Bürger haben mich direkt angesprochen – ich habe beim Senat nachgehakt
Da mich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger auf das Projekt angesprochen und ihre Sorgen deutlich gemacht haben, habe ich nochmals beim Senat nachgefragt. Die Antwort fiel jedoch enttäuschend aus. Es wird klargestellt: Die verbleibende Anzahl an Parkständen im öffentlichen Raum bleibt bestehen, jedoch wird kein Ersatz für die privaten Stellplätze auf dem Flurstück 2803 geschaffen. Die Parkfläche wurde Ende 2024 im Rahmen der Baustelleneinrichtung abgerissen. Die Hochbauarbeiten begannen im Dezember 2024, die Fertigstellung ist für Ende 2025/Anfang 2026 geplant.
Problematisch für Berufspendler und Familien
Viele Anwohner fragen sich zu Recht: Wo sollen die bisherigen Mieter – und die künftigen Bewohner – parken? In einem Viertel, das stark von Berufspendlern bewohnt wird, erscheint es realitätsfern, auf die Notwendigkeit von Pkw-Stellplätzen komplett zu verzichten. Die Menschen sind auf ihr Auto angewiesen, um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen. „Die Leute müssen irgendwo parken, damit sie zur Arbeit fahren können“, so ein häufiger Kommentar aus der Nachbarschaft.
Kein gesetzlicher Zwang – aber fehlendes Gespür für den Stadtteil
Tatsächlich schreibt § 48 Abs. 1a der Hamburgischen Bauordnung (HBauO) nicht zwingend vor, dass bei Neubauten auch Stellplätze geschaffen werden müssen. Doch gerade hier liegt das Problem: Es fehlt an Verständnis und Sensibilität für die konkrete Situation vor Ort. Statt auf eine durchdachte Quartiersentwicklung zu setzen, verschärft der Senat den Parkdruck weiter – ohne Alternativen zu bieten.
CDU fordert Kompensation und Dialog
Wir als CDU setzen uns dafür ein, dass solche Projekte nicht an den Bedürfnissen der Anwohner vorbeigeplant werden. Wenn Stellplätze wegfallen, muss zumindest ein Teil kompensiert werden – sei es durch neue Tiefgaragen, Parkflächen auf angrenzenden Grundstücken oder eine abgestimmte Quartierslösung. Bisher ist von alldem nichts geplant.
Und wie geht es weiter?
Der Abriss der Stellplätze erfolgte im Oktober 2024. Die Bauarbeiten sollen zum Jahreswechsel starten und etwa ein Jahr dauern. Einschränkungen während der Bauphase wurden bislang nicht angekündigt, Informationen über Änderungen in der Verkehrsführung sollen laut SAGA bei Bedarf erfolgen.
Fazit: Die Schaffung neuen Wohnraums ist richtig – aber nur, wenn sie nicht zu Lasten der Lebensqualität im Quartier geht. In der Wagnerkoppel wird aktuell genau das Gegenteil praktiziert. Ich werde weiter auf Ausgleichslösungen drängen und den Druck auf den Senat aufrechterhalten. Wer Fragen zum Thema hat, kann sich jederzeit gerne an mich wenden.

