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Fast jede zweite heimische Fischart in Hamburg gefährdet – Rote Liste 2026 zeigt Handlungsbedarf

Die neue Rote Liste der Süßwasserfische und Rundmäuler Hamburgs zeigt ein gemischtes Bild: Während sich die Situation einzelner Arten durch Naturschutz- und Renaturierungsmaßnahmen verbessert hat, ist weiterhin fast die Hälfte der heimischen Fischarten gefährdet. Besonders Wanderfische wie Stint und Aal stehen unter erheblichem Druck.

Nach Angaben der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) sind im Hamburger Stadtgebiet insgesamt 53 Fisch- und Rundmaularten etabliert, davon gelten 47 als heimisch. 20 dieser 47 Arten und damit 43 Prozent werden als gefährdet eingestuft. Gegenüber der vorherigen Roten Liste aus dem Jahr 2015 wurden sogar 14 Arten schlechter bewertet.

Hamburg trägt dabei eine besondere Verantwortung. Für 15 der 47 heimischen Arten – fast jede dritte Art – hat die Stadt eine hohe bis sehr hohe Erhaltungsverantwortung für ganz Deutschland. Eine entscheidende Rolle spielt die Tideelbe. Sie ist für Wanderfische wie Stint, Finte, Lachs und Aal eine wichtige Verbindung zwischen der Nordsee und den Oberläufen.

Gleichzeitig gibt es positive Entwicklungen. Drei Arten konnten gegenüber der vorherigen Bewertung ihren Status verbessern: Bachneunauge, Groppe und Nase. Bachneunauge und Groppe gelten mittlerweile wieder als ungefährdet. Nach Einschätzung der Umweltbehörde zeigen sich hier unter anderem die Auswirkungen saubererer Gewässer und einer verbesserten ökologischen Durchgängigkeit.

Zu den wesentlichen Gefährdungsursachen zählen weiterhin Wanderhindernisse, der historische Ausbau der Gewässer, Verschmutzungen und die infolge des Klimawandels steigenden Wassertemperaturen. Gerade für Wanderfische können fehlende oder beeinträchtigte Verbindungen zwischen ihren unterschiedlichen Lebensräumen erhebliche Auswirkungen haben.

Hamburg will deshalb seine Gewässer weiter ökologisch aufwerten. Neben der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie spielt dabei das Naturschutzgroßprojekt „Hamburg, deine Flussnatur“ eine wichtige Rolle. Insgesamt sind mehr als 500 Maßnahmen vorgesehen, mit denen unter anderem natürliche Uferstrukturen wiederhergestellt und Laichplätze gesichert werden sollen.

Die Zahlen machen deutlich: Die bisherigen Maßnahmen können Wirkung zeigen, reichen aber noch nicht aus. Wenn 43 Prozent der heimischen Arten weiterhin als gefährdet gelten und sich 14 Arten gegenüber 2015 sogar verschlechtert haben, bleibt beim Schutz der Hamburger Gewässer erheblicher Handlungsbedarf.