In mehreren Gewässern der Stadtteile Bramfeld und Farmsen-Berne sind in den vergangenen Tagen zahlreiche tote Fische entdeckt worden. Besonders betroffen ist ein Teich zwischen Tegelweg und Ebeersreye in Farmsen, wo Angler mehr als 100 tote Tiere fanden – darunter große Karpfen mit einem Gewicht von bis zu 18 Kilogramm. Doch auch weitere Gewässer im Bezirk Wandsbek zeigen ähnliche, wenn auch weniger ausgeprägte Entwicklungen.
Nach Angaben des Bezirksamts Wandsbek sind unter anderem der Teich Grootmoor in Bramfeld, Gewässer am Max-Herz-Ring in Farmsen, Bereiche der Wandse sowie die Volksdorfer Teichwiesen betroffen. Anwohner berichten von deutlich wahrnehmbarem Verwesungsgeruch und treibenden Fischkadavern, die teilweise über Tage im Wasser liegen.
Erstickte Fische als wahrscheinlichste Ursache
Als wahrscheinlichste Ursache gilt nach Einschätzung des Bezirksamts und des Anglerverbands Hamburg ein Sauerstoffmangel in den Gewässern. Insbesondere flache Teiche sind anfällig: Wenn diese im Winter zufrieren, wird der Sauerstoffaustausch stark eingeschränkt. Gleichzeitig können äußere Einflüsse wie das Betreten der Eisflächen die Fische aus ihrer Winterruhe aufschrecken – wodurch sie zusätzlichen Sauerstoff verbrauchen, der im Gewässer nicht ausreichend vorhanden ist.
Hinzu kommt ein erhöhter Nährstoffeintrag, etwa durch Laub, Tierkot oder Pollen. Diese Stoffe beschleunigen biologische Abbauprozesse, die ebenfalls Sauerstoff verbrauchen. Gerade in kleinen, stehenden Gewässern kann dies schnell zu kritischen Bedingungen führen.
„Natürlich“ – aber dennoch ein Problem
Das Bezirksamt spricht von einem „witterungsbedingten Fischsterben“ und verweist darauf, dass es sich grundsätzlich um einen natürlichen Prozess handele, der sich nicht vollständig verhindern lasse. Gleichzeitig wird betont, dass viele der betroffenen Gewässer von Natur aus flach seien und daher besonders anfällig.
Doch genau hier stellt sich die Frage: Reicht dieser Hinweis aus? Wenn regelmäßig Gewässer kippen und es zu massenhaftem Fischsterben kommt, ist das nicht nur ein ökologisches Problem, sondern auch ein Zeichen dafür, dass Pflege, Entschlammung und Gewässermanagement stärker in den Fokus rücken müssen.
Die aktuellen Vorfälle in Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne zeigen deutlich, wie anfällig unsere städtischen Gewässer sind. Auch wenn natürliche Faktoren eine Rolle spielen, braucht es mehr Aufmerksamkeit, Pflege und klare Zuständigkeiten. Nur so lassen sich solche Ereignisse künftig zumindest begrenzen – im Interesse von Umwelt, Tieren und den Menschen vor Ort.

