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Friedenskirche Berne wird abgerissen – Wohnungen und Kita auf dem Gelände geplant

Viele Bürgerinnen und Bürger in Farmsen-Berne haben in den vergangenen Monaten nur am Rande mitbekommen, dass sich rund um die Friedenskirche grundlegende Veränderungen abzeichnen. Nun wird es konkret: Die Kirche wurde entwidmet, der Rückbau ist angekündigt – und perspektivisch soll auf dem Gelände Wohnraum entstehen. Doch was bedeutet das eigentlich genau?

Kirche offiziell entwidmet

Ein zentraler Schritt ist bereits erfolgt: Die Friedenskirche Berne wurde am 25. Januar 2026 im Rahmen eines Gottesdienstes offiziell entwidmet.

Damit ist der kirchliche Zweck des Gebäudes beendet. Gottesdienste dürfen dort nicht mehr stattfinden. Diese Entscheidung geht auf einen Beschluss des Kirchengemeinderats aus dem August 2022 zurück.

Wichtig zu wissen: Die Widmung oder Entwidmung einer Kirche ist ausschließlich eine interne Entscheidung der Kirche selbst. Staatliche Behörden haben darauf keinen Einfluss.

Mit der Entwidmung wurde eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, um über die zukünftige Nutzung des Grundstücks zu entscheiden.

Rückbau der Gebäude angekündigt

Parallel dazu wurden nun auch die direkten Anwohner über die nächsten Schritte informiert. Der Evangelisch-Lutherische Kirchengemeindeverband Rahlstedt hat mitgeteilt, dass:

  • Friedenskirche und umliegende Gebäude zurückgebaut werden müssen
  • der Rückbau für Frühjahr/Sommer 2026 vorgesehen ist
  • vorbereitende Maßnahmen bereits beginnen

Dazu zählen unter anderem:

  • Baumfällarbeiten
  • Baumschutzmaßnahmen für erhaltenswerte Bäume
  • Ausbau der Glocken
  • Ausbau der Orgel
  • Sicherung von Inventar zur Weiterverwendung

Die Verantwortlichen rechnen damit, dass es während der Arbeiten zeitweise zu Lärm, Staub und Einschränkungen im Straßenverkehr kommen kann.

Warum es überhaupt so weit kommt

Für viele Menschen im Stadtteil ist die Friedenskirche ein emotional bedeutender Ort – verbunden mit Taufen, Hochzeiten oder Weihnachtsgottesdiensten.

Gerade deshalb hatte sich eine Initiative gegründet, die sich für den Erhalt der Kirche eingesetzt hat. Mit Mahnwachen, Gebeten und öffentlichen Aktionen sollte auf die Bedeutung des Bauwerks aufmerksam gemacht werden.

Hintergrund der Entwicklung sind vor allem:

  • finanzielle Zwänge
  • sinkende kirchliche Mittel
  • langfristige strukturelle Entscheidungen

Am Ende hat sich die Kirchengemeinde entschlossen, den Standort aufzugeben.

Was stattdessen geplant ist

Mit der Entwidmung wird der Weg frei für eine neue Nutzung des Areals. Perspektivisch ist vorgesehen, das Grundstück für Wohnungsbau zu entwickeln. Im nördlichen Bereich – an der Lienaustraße und Berner Allee – sind unter anderem vorgesehen:

  • 48 Sozialwohnungen
  • 19 frei finanzierte Wohnungen
  • ein Kita-Neubau für bis zu 80 Kinder

Auch seniorengerechte Angebote sollen integriert werden. Die Gebäude sollen sich mit zwei bis vier Geschossen in die Gartenstadt-Struktur einfügen.

Auch das Kirchengrundstück Teil der Entwicklung

Das eigentliche Kirchengelände wurde inzwischen in das Bebauungsplanverfahren Farmsen-Berne 39 einbezogen. Die Projektentwicklung liegt bei der Kirchengemeinde selbst.

Frühere Überlegungen sahen noch vor, die Kirche zu erhalten und Wohngebäude daneben zu errichten. Diese Option gilt inzwischen als unwahrscheinlich. Bis tatsächlich gebaut wird, dürfte allerdings noch Zeit vergehen. Der Bebauungsplan befindet sich weiterhin in Abstimmung.

Ein Ort im Wandel

Für viele im Stadtteil bedeutet die Entwicklung einen Einschnitt. Die Friedenskirche war über Jahrzehnte ein prägendes Bauwerk und sozialer Treffpunkt.

Gleichzeitig steht Hamburg weiterhin unter erheblichem Druck, neuen Wohnraum zu schaffen – auch mit sozial gebundenen Wohnungen. Mit der Entwidmung und den angekündigten Rückbauarbeiten ist nun eine Entscheidung gefallen, die den Stadtteil langfristig verändern wird.

Quellen
  • Evangelisch-Lutherischer Kirchengemeindeverband Rahlstedt – Anwohnerinformation vom 16.02.2026
  • Drucksache 23/2744
  • Drucksache 22/12185
  • Drucksache 22/12131
  • Bezirksdrucksache 21-4053 Nr. 7
  • Angaben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) zur Entwidmung am 25.01.2026