Die Gänsepopulation in Hamburg – insbesondere an der Alster – hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Nach Angaben des Hamburger Schwanenvaters Olaf Nieß wurden allein im Juni 2025 rund 950 Gänse gleichzeitig im Alstergebiet gezählt. Zusammengerechnet mit Mausergästen aus Schleswig-Holstein halten sich im Sommer zeitweise sogar bis zu 2.000 bis 3.000 Tiere in der Stadt auf.
Arten und Herkunft
Vor allem Graugänse dominieren an der Alster, daneben sind auch Kanadagänse vertreten. Die Grauganspopulation setzt sich aus drei Gruppen zusammen:
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Brutvögel, die in Hamburg Nachwuchs aufziehen (ca. 720 Brutpaare),
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Mausergäste, die im Frühsommer für mehrere Wochen zum Federwechsel in die Stadt kommen,
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Durchzügler, die Hamburg nur kurzzeitig als Rastgebiet nutzen.
Probleme durch die hohe Dichte
Die starke Ansammlung der Tiere hat Folgen:
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Ökologische Schäden: Schilf- und Ufervegetation werden durch Fraß stark beeinträchtigt. Besonders am Schwanenwik erholt sich die Vegetation seit Jahren nicht.
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Gesundheitliche Risiken: Gänsekot kann Krankheitserreger wie E. coli oder Salmonellen enthalten. Für die Allgemeinbevölkerung ist das Risiko gering, für Kleinkinder oder Immungeschwächte jedoch erhöht.
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Nutzungsprobleme: Liegewiesen, Steganlagen und Privatgrundstücke sind stark mit Gänsekot verunreinigt. Bürgerinnen und Bürger klagen über eingeschränkte Erholungsqualität.
Maßnahmen der Stadt
Bisher existiert kein umfassendes Konzept zur Regulierung der Gänsepopulation. Einzelne Maßnahmen umfassen:
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Aufstellen von Informationsschildern zum Fütterungsverbot,
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Zäune oder Drahtkonstruktionen zum Schutz von Brutplätzen,
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Pflegeänderungen von Grünflächen (z. B. längeres Gras, um die Attraktivität für Gänse zu verringern).
Ein generelles Fütterungsverbot ist derzeit nicht in Kraft, soll aber mit der Novelle des Hamburgischen Wassergesetzes eingeführt werden.
Fazit
Die Gänse an der Alster sind Teil des Hamburger Stadtbildes – gleichzeitig sorgen sie für Konflikte zwischen Naturschutz, Naherholung und Hygiene. Ohne eine abgestimmte Strategie droht sich die Situation weiter zu verschärfen.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 23/893

