Mit dem Beginn des Frühlings startet auch in Hamburg die neue Gartensaison. Wer jetzt seinen Garten, Balkon oder Vorgarten bepflanzt, kann nicht nur für eine schöne Umgebung sorgen, sondern gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Klima und Artenvielfalt leisten. Der NABU Hamburg ruft deshalb dazu auf, verstärkt auf heimische Pflanzenarten und torffreie Erde zu setzen.
Bereits bei der Wahl der Blumenerde beginnt der Naturschutz. Torfhaltige Erde sollte möglichst vermieden werden. Für den Gartenbau werden jedes Jahr große Mengen Torf abgebaut, wodurch wertvolle Moore zerstört werden. Diese Moore sind jedoch wichtige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere und spielen eine zentrale Rolle für den Klimaschutz. Beim Abbau werden große Mengen Treibhausgase freigesetzt. Alternativen gibt es längst: Torffreie Substrate bestehen meist aus Mischungen aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern. Beim Kauf lohnt sich allerdings ein genauer Blick auf die Verpackung, denn Begriffe wie „torfreduziert“ oder „Bio-Erde“ bedeuten nicht automatisch, dass komplett auf Torf verzichtet wurde.
Auch bei der Auswahl der Pflanzen empfiehlt der NABU Hamburg heimische Arten. Für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner stellt der Verband zwei Empfehlungslisten bereit: eine mit heimischen Kräutern und Stauden für Balkon und Garten sowie eine mit heimischen Bäumen und Sträuchern. Beide Listen können online heruntergeladen werden unter:
👉 https://www.NABU-Hamburg.de/gartentipps
Unter den empfohlenen Gehölzen befinden sich beispielsweise Weißdorn, Schneeball oder Schlehe. Diese eignen sich auch gut für kombinierte Heckenpflanzungen und bilden wertvolle Rückzugsorte für Vögel. Die Listen enthalten zudem Informationen darüber, welche Pflanzen besonders nützlich für Vögel, Wildbienen, Schmetterlinge, Raupen oder Fledermäuse sind. Außerdem werden Blühfarben, Blüh- und Fruchtzeiten sowie Anforderungen an Boden und Licht beschrieben.
Der NABU empfiehlt darüber hinaus, möglichst regionales Saatgut heimischer Pflanzen zu verwenden. Dieses ist inzwischen auch online gut erhältlich. Für einen besonders naturnahen Garten sollten Wildstauden gepflanzt werden, die nicht durch Züchtung verändert wurden.
Heimische Wildpflanzen bringen zahlreiche Vorteile mit sich. Sie sind meist pflegeleichter, weil sie an die lokalen Standortbedingungen angepasst sind. Dadurch wachsen sie besser und benötigen weniger Pflege. Gleichzeitig erfüllen sie wichtige ökologische Funktionen, denn viele heimische Tierarten sind im Laufe der Zeit genau auf diese Pflanzen angewiesen.
Nicht-heimische Zierpflanzen hingegen bieten Insekten und Vögeln häufig kaum Nahrung oder Lebensraum. Heimische Pflanzen sind zudem meist winterhart und weniger anfällig für Krankheiten. Dadurch müssen sie seltener ersetzt werden, was langfristig auch Kosten spart.
Wildpflanzen kommen auch in der freien Natur vor und haben sich gemeinsam mit der heimischen Tierwelt entwickelt. Wer dennoch Zuchtformen verwenden möchte, sollte darauf achten, keine Pflanzen mit gefüllten Blüten zu wählen. Bei diesen wurden die Staubblätter, die normalerweise Pollen tragen, zu dekorativen Schaublättern umgezüchtet. Für Insekten sind solche Blüten deshalb meist wertlos.
Weitere Informationen, die Empfehlungslisten sowie praktische Tipps zum naturnahen Gärtnern finden Interessierte unter:
👉 https://www.NABU-Hamburg.de/gartentipps
Informationen zu den Schaugärten des NABU Hamburg in Winterhude, Eimsbüttel, Bergedorf und Harburg gibt es hier:
👉 https://www.NABU-Hamburg.de/garten

