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Gebeutelte Kita in Bramfeld-Nord kämpft ums Überleben – Entscheidung erneut vertagt

Die Situation der Kita Anderheitsallee in Bramfeld-Nord ist dramatisch. Was diese Einrichtung in den vergangenen Monaten bewältigen musste, würde viele Träger an ihre Grenzen bringen – für einen kleinen, privaten Verein ist es kaum zu stemmen. Dennoch wurde alles versucht, um den Weiterbetrieb zu sichern. Nun liegt die Verantwortung bei der Politik. Doch auch dort zieht sich die Entscheidung hin.

Ausgangspunkt der Krise war ein schwerer Schicksalsschlag: Im August 2025 verstarb der Geschäftsführer des Kinderzentrums Bramfeld e. V., dem Träger der Kita, völlig unerwartet. Von einem Tag auf den anderen stand die Einrichtung ohne Führung, ohne geordnete Übergabe, ohne gesicherte Strukturen da. Die Kita-Leitung übernahm in dieser Ausnahmesituation Verantwortung für gleich zwei Standorte – Anderheitsallee und Hohnerkamp – und hielt den Betrieb mit enormem persönlichem Einsatz aufrecht. Zugangsdaten, Bankverbindungen, Unterlagen und Verträge mussten mühsam zusammengesucht werden, um eine sofortige Schließung zu verhindern.

Parallel dazu traf die Kita eine weitere massive Belastung: Bereits im Februar 2025 musste der Elementarbereich der Kita Anderheitsallee aufgrund zwingend notwendiger Brandschutzmaßnahmen geschlossen werden. Die Kinder konnten zwar in der Zweigstelle Hohnerkamp untergebracht werden, doch für den kleinen privaten Träger bedeutete dies erhebliche Mehrkosten, organisatorischen Mehraufwand und eine dauerhafte Ausnahmesituation – für die Familien ebenso wie für das Team.

Der notwendige Umbau, konkret die Erneuerung eines Fluchtwegs, ist für einen kleinen Verein aus eigener Kraft kaum zu finanzieren. Und doch wurde nichts unversucht gelassen. Eltern engagierten sich in beispielhafter Weise, organisierten Spendenaufrufe, stellten Kontakte her und sorgten für öffentliche Aufmerksamkeit. So konnten bereits rund 15.000 Euro an Spenden gesammelt werden – ein starkes Zeichen für den Stellenwert der Kita im Stadtteil. Trotzdem reicht dieses Engagement allein nicht aus, um die Gesamtkosten zu tragen.

Deshalb blieb am Ende nur der Gang zur Politik. Der Träger beantragte einen Zuschuss in Höhe von rund 18.300 Euro. Der Antrag ist fachlich geprüft, vollständig, formal korrekt und erfüllt alle Voraussetzungen. Er wurde im Ausschuss für Haushalt, Sport und Kultur beraten – doch am 13. Januar 2026 nicht beschlossen, sondern in den Hauptausschuss der Bezirksversammlung vertagt.

Für die Kita bedeutet diese Vertagung vor allem eines: weitere Unsicherheit. Die finanziellen Reserven sind aufgebraucht, die Belastungsgrenze längst erreicht. Jede Verzögerung erhöht das Risiko, dass der Weiterbetrieb nicht mehr abgesichert werden kann.

Es bleibt zu hoffen, dass die nun zuständigen handelnden Personen im Hauptausschuss die Tragweite ihrer Entscheidung erkennen – und nicht zulassen, dass eine Kita in Bramfeld-Nord wegen vergleichsweise überschaubarer Kosten scheitert.

Denn die Konsequenzen wären gravierend: Eltern würden kurzfristig Betreuungsplätze verlieren, Kinder aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen, Fachkräfte gingen dem Stadtteil verloren. Für Bramfeld-Nord würde dies eine weitere Schwächung der sozialen Infrastruktur bedeuten – in einer Zeit, in der Kitaplätze ohnehin Mangelware sind.

Die Kita hat alles versucht. Jetzt liegt es an der Politik, Verantwortung zu übernehmen.