Immer mehr Bürgerinnen und Bürger wenden sich mit Sorgen an mich: Im Tegelweg, im Abschnitt zwischen Farmsener Höhe und Rönkkoppel, spitzt sich die Verkehrssituation aktuell deutlich zu. Grund dafür sind vor allem die zahlreichen Baustellen im Umfeld – unter anderem an der Bramfelder Chaussee und der Heukoppel. Der Tegelweg wird dadurch zunehmend zur Ausweichstrecke und ist derzeit stark belastet.
Riskante Überholmanöver und Rückstaus im Kurvenbereich
Besonders problematisch: In Fahrtrichtung Rönkkoppel stehen regelmäßig parkende Fahrzeuge am Straßenrand. Gleichzeitig versuchen viele Autofahrer, diese noch schnell zu überholen – oftmals mit zu hoher Geschwindigkeit oder ohne ausreichende Sicht.
Hinzu kommt, dass sich insbesondere im Feierabendverkehr Rückstaus bilden, deren Ende häufig im Kurvenbereich liegt. Eine gefährliche Kombination: schlechte Sicht, hohe Verkehrsdichte und ungeduldige Verkehrsteilnehmer.
Forderung: Temporäres Halteverbot während der Bauphase
Aus Sicht vieler Betroffener wäre ein temporäres Halteverbot in diesem Abschnitt eine sinnvolle und pragmatische Lösung – zumindest für die Dauer der Baustellensituation, insbesondere solange die Heukoppel gesperrt ist. Ziel wäre es, den Verkehrsfluss zu verbessern und gefährliche Situationen zu entschärfen. Im ersten Halbjahr 2025 kam es am Tegelweg zu 31 Verkehrsunfällen.
Polizei lehnt Maßnahme derzeit ab
Ich habe die Situation bei der Polizei bzw. der zuständigen Straßenverkehrsbehörde angesprochen. Die Rückmeldung fällt jedoch eindeutig aus:
Ein temporäres Halteverbot wird aktuell nicht befürwortet. Begründet wird dies unter anderem damit, dass eine solche Maßnahme zusätzlichen Verkehr anziehen könnte, da die Strecke dann noch attraktiver als Ausweichroute wäre. Dies würde die Belastung für die Anwohner weiter erhöhen.
Zudem verweist die Behörde darauf, dass parkende Fahrzeuge in Tempo-30-Zonen eine verkehrsberuhigende Wirkung haben. Sie verengen optisch die Fahrbahn und sorgen so in der Regel für geringere Geschwindigkeiten. Ohne parkende Autos bestehe die Gefahr, dass schneller gefahren werde.
Situation wird beobachtet – Handeln erst bei weiterer Verschärfung
Immerhin: Die Polizei kündigt an, die Lage weiterhin zu beobachten. Sollten sich die Verhältnisse weiter verschlechtern oder konkrete Gefahrenlagen entstehen, könnten zusätzliche Maßnahmen geprüft werden.
Die Argumentation der Behörden ist nachvollziehbar – aber sie greift aus meiner Sicht zu kurz. Die aktuelle Baustellensituation ist eine Ausnahmelage, die auch flexible und temporäre Lösungen erfordert. Wenn Anwohner wiederholt auf konkrete Gefahren hinweisen, sollte man nicht erst reagieren, wenn etwas passiert ist.

