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Gespinstmotten in Wandsbek: Auffällige Netze an Bäumen sorgen für Fragen

Wer derzeit in Wandsbeker Grünanlagen unterwegs ist, entdeckt an vielen Sträuchern und Bäumen auffällige, spinnennetzartige Gespinste. Besonders betroffen sind unter anderem Weiß- und Rotdorn, Traubenkirschen, verschiedene Obstgehölze sowie Pfaffenhütchen. Ursache ist die sogenannte Gespinstmotte, deren Raupen aktuell vielerorts sichtbar sind.

Die etwa einen Zentimeter großen Nachtfalter legen ihre Eier im Sommer an jungen Zweigen ab. Die Raupen schlüpfen bereits im Herbst, überwintern geschützt und beginnen im Frühjahr mit dem Fraß an frischen Blättern. Ab Mai entstehen die charakteristischen weißen Gespinste, die ganze Baumkronen oder Sträucher überziehen können.

Durch den teils starken Blattfraß wirken die betroffenen Gehölze häufig abgestorben oder stark geschädigt. Nach Angaben des Bezirksamts ist dies jedoch meist nur ein vorübergehender Eindruck. Die Pflanzen treiben in der Regel bis zum Sommer oder spätestens im Folgejahr erneut aus und überstehen den Befall meist ohne dauerhafte Schäden.

Immer wieder werden die Gespinste mit dem Eichenprozessionsspinner verwechselt. Anders als dieser stellt die Gespinstmotte jedoch keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Die Raupen besitzen keine giftigen Brennhaare und lösen keine bekannten gesundheitlichen Beschwerden aus.

Eine Bekämpfung erfolgt nur in Ausnahmefällen, etwa an besonders stark frequentierten Orten. In den meisten Fällen regulieren natürliche Fressfeinde wie Vögel und verschiedene Insektenarten die Bestände von selbst. Deshalb wird in der Regel auf weitergehende Maßnahmen verzichtet.

Das Bezirksamt weist darauf hin, dass die derzeit auffälligen Gespinste ein regelmäßig auftretendes Naturphänomen sind und für die meisten betroffenen Gehölze keine langfristige Gefahr darstellen.