Als der Gesundheitskiosk im Einkaufszentrum Bramfeld eröffnet wurde, war die Euphorie groß. Politik und Krankenkassen lobten das Modellprojekt als wichtigen Baustein für eine gerechtere Gesundheitsversorgung: Niedrigschwellige Beratung, Prävention und Unterstützung beim Zugang ins Gesundheitssystem sollten gerade Menschen erreichen, die sonst durch das Raster fallen. Ergänzend zum Standort Steilshoop wurde ein wohnortnahes Angebot geschaffen, das Orientierung bot und Gesundheitsförderung stärken sollte.
Doch nur wenige Jahre später folgt die Ernüchterung: Nach Angaben der AOK Rheinland/Hamburg schließt der Bramfelder Gesundheitskiosk bereits zum 31. Dezember 2025. Begründung: Der Bedarf sei nicht ausreichend gewesen, um den Betrieb dauerhaft aufrechtzuerhalten. Stattdessen sollen die Ressourcen an anderer Stelle eingesetzt werden.
Für die Menschen in Bramfeld und Steilshoop ist das eine bittere Nachricht. Gerade in sozial gemischten Stadtteilen mit vielen älteren Bewohnerinnen und Bewohnern, Familien mit Migrationshintergrund oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind niedrigschwellige Beratungsangebote unverzichtbar. Statt Alternativen vor Ort zu schaffen, verweist der Senat auf Hausärzte, Krankenkassen und die Patientenberatung von KV und Ärztekammer. Doch diese Stellen sind oft überlastet, mit langen Wartezeiten und Sprachbarrieren behaftet.
Ein Ersatzstandort oder andere wohnortnahe Angebote? Fehlanzeige. Der Senat plant aktuell nichts in dieser Richtung. Damit droht eine Lücke in der Gesundheitsversorgung, die die am meisten Betroffenen trifft – diejenigen, die ohnehin Schwierigkeiten haben, ihren Weg durch das komplexe Gesundheitssystem zu finden.
Die Schließung des Gesundheitskiosks zeigt einmal mehr: Gute Ideen werden in Hamburg oft positiv bewertet, groß angekündigt – und dann ohne nachhaltige Finanzierung oder belastbare Bedarfserhebung wieder eingestampft. Leidtragende sind die Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
– Drucksache 23/1214 –

