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Große Worte von Fegebank – Gas im Keller und Öl auf dem Hof

Umweltsenatorin Katharina Fegebank inszeniert sich auf Instagram als Hüterin der konsequenten Wärmewende. Fossile Heizungen? Rückschritt. Klimaschutz? Alternativlos. Der Eindruck: Hamburg habe längst umgestellt. Doch ein Blick in die Senatsantwort auf die Große Anfrage (Drs. 23/2531) zeigt ein anderes Bild.

Seit 2020 wurden in öffentlichen Unternehmen und Behörden weiterhin Gasheizungen eingebaut. Und nicht nur das: Für 2025, 2026 und sogar 2027 sind weitere Gasheizungen dokumentiert. Teilweise mit einem klaren „Ja“ in den Planungsübersichten. Das heißt: Während öffentlich der Eindruck vermittelt wird, fossile Heizungen gehörten der Vergangenheit an, werden sie in der Praxis weiter verbaut.

Realität statt Rhetorik

Besonders brisant: Selbst Unternehmen im Zuständigkeitsbereich der Umweltbehörde bauen weiterhin Gasheizungen ein. Offenbar sieht man dort sehr wohl, dass Technik, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit berücksichtigt werden müssen.

Denn die Wahrheit ist: In bestimmten Fällen können moderne Gasheizungen technisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar sein. Genau das setzt der Senat faktisch um – auch wenn die politische Kommunikation etwas anderes suggeriert.

Mobile Ölheizung als Symbol

Noch deutlicher wird der Widerspruch bei der Eisporthalle Farmsen. Dort läuft seit Jahren eine mobile Ölheizung – angeblich nur vorübergehend. Doch „vorübergehend“ dauert hier inzwischen mehrere Jahre.

Während Klimaneutralität propagiert wird, läuft im eigenen Bestand weiterhin Öl. Das ist kein Nebenaspekt – das ist ein Symbol für die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Klimapolitik braucht Ehrlichkeit

Klimaschutz ist wichtig. Aber er braucht Ehrlichkeit. Wer fossile Heizungen pauschal als fatalen Rückschritt bezeichnet, während die eigene Verwaltung sie weiter einbaut, verliert an Glaubwürdigkeit. Klimapolitik darf nicht ideologisch sein. Sie muss realistisch, bezahlbar und technisch machbar sein.

Die Wärmewende entscheidet sich nicht auf Instagram – sondern in den Investitionsentscheidungen der eigenen Gebäude. Und dort sieht die Realität anders aus als im Post.